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Heinz Erhardt - Was bin ich für ein Schelm!

Heinz Erhardt - Was bin ich für ein Schelm!

Published 2 years, 1 month ago
Description

Erhardt, zunächst Radio-Moderator und Schauspieler, war der Humor-Star der Wirtschaftswunderjahre. Größten Erfolg allerdings hatte er mit seinen witzig und spritzig gereimten Erzeugnissen, erstmals gedruckt 1963 in dem Büchlein "Noch 'n Gedicht", das auch den Klassiker "Die Made" enthält. Heinz Erhardts Komik entstand aus bewusst unbeholfenen Handlungen und Reden, und sprachlicher Doppeldeutigkeit: "Wer den Schaden hat, spottet jeder Beschreibung....".

Credits
Autor/in dieser Folge: Petra Hermann-Boeck
Regie: Petra Hermann-Boeck
Es sprachen: Christiane Blumhoff
Redaktion: Brigitte Reimer

Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de.

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Das vollständige Manuskript gibt es HIER.

Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Manuskript:

ZUSPIELUNG 1

(C 140284  Das Beste von Heinz Erhardt

Disc 1, Take 3)

Nachdem ich mich he-ute, äh, heute, um dieses Mikrophon versammelt habe, ergreife ich außer der Gelegenheit auch noch das Wort, um es an Sie zu richten. 

SPRECHERIN

Ein typischer Heinz-Erhardt-Satz. Bürgerlichen Ansprüchen scheinbar hilflos ausgeliefert nimmt er gewohnte Sprach-Versatzstücke auseinander, verdreht und verfremdet sie, 

ZUSPIELUNG 2 (CD 63543, take 1/CD 146755, 1)

Ich würde mich ja gern ans Klaviezymbel setzen und etwas pianieren, aber….

SPRECHERIN

um sein Akademikerdeutsch dann im Spiel mit doppelten Wortbedeutungen auf den platten Fußboden der Alltagsprache herunterzuholen - aus einiger Bildungshöhe. 

ZUSPIELUNG 3 (Anfang Interview)

Wenn ich ein Vöglein wär und auch zwei Flügel hätt, flög ich zu Dir, da ich kein Vöglein bin und nur ein Flügel hab, spiel ich Klavier.

MUSIK, darüber:

SPRECHERIN

Heinz Erhardt, Musikant, Poet, Reimkünstler, Entertainer, wohl gerundetes Symbol der Wirtschaftswunderjahre. Meist in der Rolle des Biedermannes, der kein Brandstifter sein mag, aber tolpatschig und mit Hintersinn über manche Ungereimtheit des Lebens stolpert.  Willy Astor:

ZUSPIELUNG 4 (Astor)

Also ich finde, das Tolle an Heinz Erhardt ist, dass seine ganzen Gedichte und Texte unheimlich zeitgemäß sind. Über die könnt man auch in 100 Jahren noch lachen, das sind einfach Kunstwerke und es hat einfach eine gute Kraft, es hat einen Körper und deswegen hat es immer Bestand.

ZUSPIELUNG 5 (Zehrer)

Ja, so eine Figur taucht bei uns in jeder Generation nur einmal auf ... vielleicht gibt es so eine Linie im 20. Jahrhundert der komischen Köpfe, die auch langlebig in Erinnerung geblieben sind. Das fängt an mit Otto Reuter zur Jahrhundertwende, geht über zu Karl Valentin, dann kommt aber auch schon Heinz Erhardt, wurde dann wohl abgelöst von Otto Waalkes ….

SPRECHERIN

Klaus Zehrer, Literaturwissenschaftler und Humorkritiker, über Heinz Erhardt, 

der seine eigene Geschichte so beginnt:

ZUSPIELUNG 6 (Erhardt C 140284, take 3)

Also, es war vor etlichen Jahren, da erblickte ich das elektrische Licht der Welt... Der Winter war sehr kalt und ich lag so rum, was sollte ich machen, ich hatte schon Beine, aber ich konnte noch nicht laufen und ich fror so vor mich hin, denn meine Eltern waren ausgegangen, der Ofen auch und da beschloss ich dann, ein Dichter zu werden. Denn alle berühmten Dichter haben ja in ihrer Jugend gefroren.

SPRECHERIN

Und oft auch später noch. Wie der arme Poet, den man in der Schule kennen lernte, wo den Zö

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