Episode Details
Back to Episodes
Sex im Islam - Liebe, Lust und Leidenschaft
Description
Let's talk about sex! Das Bild des Islam ist konservativ, vor Jahrhunderten aber schrieben muslimische Gelehrte offen über Erotik, Liebe und Sex. Sex wurde wie Essen und Trinken als etwas Natürliches angesehen. Heute ist der Umgang mit Sex im Islam häufig ein anderer. (BR 2021) Autorin: Claudia Steiner
Credits
Autor/in dieser Folge: Claudia Steiner
Regie: Eva Demmelhuber
Es sprachen: Katja Bürkle, Julia Cortis, Christian Schuler
Technik: Wolfgang Lösch
Redaktion: Bernhard Kastner
Im Interview:
Dr. Ali Ghandour, Zentrum für Islamische Theologie an der Universität Münster;
Dr. Meltem Kulacatan, Religionspädagogin an der Goethe-Universität Frankfurt am Main;
Serdar Kurnaz, Professor für Islamisches Recht in Geschichte und Gegenwart an der Humboldt- Universität zu Berlin;
Thomas Bauer, Professor für Islamwissenschaften von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster;
Fahimah Ulfat, Professorin und Religionspädagogin an der Universität Tübingen
Literaturtipps:
Ali Ghandour, Liebe, Sex und Allah – Das unterdrückte erotische Erbe der Muslime, C.H. Beck
Meltem Kulacatan, Geschlechterdiskurse in den Medien: Türkisch-deutsche Presse in Europa, Springer VS
Fahimah Ulfat und Ali Ghandour (Hrsg.), Islamische Bildungsarbeit in der Schule: Theologische und didaktische Überlegungen zum Umgang mit ausgewählten Themen im Islamischen Religionsunterricht, Springer VS
Thomas Bauer, Warum es kein islamisches Mittelalter gab: Das Erbe der Antike und der Orient, C.H. Beck
Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de.
RadioWissen finden Sie auch in der ARD Audiothek:
ARD Audiothek | RadioWissen
JETZT ENTDECKEN
Das vollständige Manuskript gibt es HIER.
Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Manuskript:
ZITATORIN (S. 122)
„Lust auf eine glatte Vulva,
nach Safran duftend!
So eng wie eine Tülle, so voll wie Höcker,
dass ein Penis darin ersticken würde.
Ja, süßer als Honig ist sie für den Genießer.“
SPRECHERIN
… schrieb die Dichterin ʿAmra bint al-Hamāris im 7. Jahrhundert über ihren Körper. Let’s talk about sex – über Jahrhunderte war das in vielen muslimisch geprägten Gesellschaften überhaupt kein Problem.
SPRECHERIN
Verschleierte, entrechtete Frauen, Polygamie, Harems, Homophobie – die westlichen Vorstellungen über Liebe, Leidenschaft, Sex und Erotik in muslimischen Gesellschaften sind nicht selten von Missverständnissen geprägt. Denn zum einen gibt es nicht DEN Islam, sondern unterschiedliche Entwicklungen, Strömungen und Interpretationen vom 7. Jahrhundert bis heute in verschiedenen Ländern, Kulturen und Gesellschaften auf der ganzen Welt. Zum anderen zeigen Schriften, dass in muslimischen Gesellschaften über Jahrhunderte Sex und Liebe gefeiert und als Geschenk Gottes gesehen wurden, sagt Ali Ghandour. Er lehrt am Zentrum für Islamische Theologie an der Universität Münster und hat ein Buch mit dem Titel „Liebe, Sex und Allah – Das unterdrückte erotische Erbe der Muslime“ geschrieben:
O-TON 1 (Ghandour 1, 0.02)
Ja, es herrschen einige Vorurteile über das Thema. Zum Beispiel Sex ist nicht etwas, was mit der Sünde verknüpft wurde bei Muslimen, der Sex ist nicht per se schlecht oder etwas, was dämonisch ist. Sex ist eher positiv konnotiert in der muslimischen Tradition.
MUSIK
SPRECHERIN
Es ging nicht nur darum, wie Männer ihre Lust und den Genuss maximieren konnten