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Tiere im Einsatz - Supernasen und Adleraugen
Description
Sie holen Drohnen vom Himmel, erschnüffeln gefährliche Landminen und unterstützen Kranke und Behinderte - Tiere sind in einigen Jobs besser als wir Menschen. Deshalb sind sie zu unverzichtbaren Helfern geworden. Autorin: Maike Brzoska (BR 2020)
Credits
Autorin dieser Folge: Maike Brzoska
Regie: Anja Scheifinger
Es sprachen: Katja Schild
Technik: Roland Böhm
Redaktion: Bernhard Kastner
Im Interview:
Lena Fiebig, Tierärztin, Epidemiologin und Mitarbeiterin der Organisation Apopo;
Stefan Schulz, Professor an der TU Braunschweig;
Kathrin Wachholz, Krankenschwester an der Berliner Klinik für Psychiatrie und Neurologie des Theodor Wenzel Werks und Fachkraft für Tiergestützte Intervention;
Sandra Wesenberg, Sozialpädagogin und Professorin an der Alice-Salomon-Hochschule Berlin; Herbert Boger, Falkner
Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de.
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Das vollständige Manuskript gibt es HIER.
Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Manuskript:
01 ATMO (Rattentraining)
Vogelgezwitscher, exotische Naturgeräusche
SPRECHERIN
Eine hügelige, etwas trockene Landschaft in Tansania. Auf einer Wiese groß wie ein Fußballfeld sind mehrere längliche Rechtecke abgesteckt. Am Rand eine Trainerin in blauer Arbeitskleidung und mit einer langen Leine in der Hand. Am anderen Ende der Leine – eine Ratte.
ATMO kurz hochziehen
… Stück für Stück sucht die Ratte den Boden ab. Die Nase mit den langen Härchen schnuppert mal hierhin, mal dorthin. Dann stoppt die Ratte und gräbt mit ihren kleinen Vorderpfoten in der Erde. Sie hat die Sprengstoffattrappe gefunden. Test bestanden! Zur Belohnung bekommt sie von ihrer Trainerin ein Stück Banane.
02 O-TON (Fiebig)_NEU
Dieses ganze Training findet in Tansania statt in Kooperation mit der dortigen Universität, der Sokoine Universität für Agriculture, und dort schließen wir das Traninig mit ner internen Prüfung ab, und dann sind die Ratten fertig für den Einsatz.
SPRECHERIN
Lena Fiebig ist Tierärztin und Epidemiologin. Sie arbeitet für ‚Apopo‘; die belgische Organisation nutzt Ratten für humanitäre Zwecke und hat auf ihrer Homepage Videos vom Rattentraining veröffentlicht. Die Tiere werden etwa darauf konditioniert, Landminen aufzuspüren. Denn die sind für die Bevölkerung in Afrika und Teilen Asiens ein großes Problem. Immer wieder kommt es zu Verletzungen und auch zu Todesfällen:
03 O-TON (Fiebig)_NEU
Und neben dieser Explosionsgefahr ist es auch ganz besonders weitreichend, dass die Bevölkerung ja häufig um diese Minen weiß oder Gerüchte weiß und deswegen diese Gebiete natürlich meidet. Und dadurch ist der Zugang zu Wasser versperrt, Felder werden nicht bewirtschaftet und Verkehrswege können nicht genutzt werden, also Kinder zum Beispiel müssen viel weitere Wege zur Schule wählen. Und das bremst natürlich die ganze wirtschaftliche Entwicklung.
Marking time M0010622003 unter folgendem: (Dauer: 1´03´´)
SPRECHERIN
Mindestens neun Monate werden die Ratten für diese Aufgabe trainiert. Zum Einsatz kommt die in Afrika heimische Riesenhamsterratte. Bis zu anderthalb Kilo kann sie auf die Waage bringen – ein echtes Schwergewicht im Vergleich zu unseren Ratten. Aber immer noch leicht genug, dass der Sprengstoff im Boden nicht detoniert, wenn sie drauftritt. Das macht die Riesenhamsterratte zum idealen Spürtier:
04 O-TON (