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Die türkischen „Gastarbeiter“ - Das Anwerbe-Abkommen von 1961

Die türkischen „Gastarbeiter“ - Das Anwerbe-Abkommen von 1961

Published 1 year, 11 months ago
Description

Eigentlich sollten sie höchstens zwei Jahre dableiben, arbeiten und wieder gehen - "Gastarbeiter" eben. Dass sie "Türkentum und Nationalgefühl hochhalten" war das Erste, was im umfangreichen Verfahren getestet wurde, das die deutsche und die türkische Regierung im Jahr 1961 mit dem "Anwerbeabkommen" beschlossen hatten. Aber wie bemerkte der Schriftsteller Max Frisch einmal: "Wir riefen Arbeiter, und es kamen Menschen". Bettina Weiz erzählt die Geschichte von dieser "Menschwerdung". (BR 2011)

Credits
Autorin dieser Folge: Bettina Weiz
Regie: Bettina Weiz
Es sprachen: Ruth Geiersberger
Redaktion: Brigitte Reimer

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Das vollständige Manuskript gibt es HIER.

Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Manuskript:

ATMO (Nähen) darauf

ERZÄHLERIN: 

Anzüge, Westen, Herrenhemden auf Maß: All das näht der Schneider Ethem Kocer bis in die 60er Jahre hinein in seinem Heimatdorf mitten in der Türkei.

Musik: C127867/007

ERZÄHLERIN: 

Sein Geschäft läuft auf Pump: Er borgt sich Stoffe und Nähseide von Großhändlern, gibt wiederum seinen Kunden Kredit.

1. Zsp. / Ethem Kocer

„Im Jahr zweimal zahlen die dann. Die Bauern, wann Getreide verkauft ist.“

Nochmal ATMO (Nähmaschine). Darauf

2. Zsp. / Ethem Kocer

„64 es hat nicht geregnet. Leider kein Getreide geworden. Wir haben dann Zuckerrübenernte gewartet. Hat auch nicht geworden: wenn es nicht regnet, dann wird der net. Dann hab ich pleite gemacht.“

ERZÄHLERIN: 

Da beschließt er, nach Deutschland zu reisen.

Musik aus

3. Zsp. / Ethem Kocer

„Ja ohne zu denken! Ohne zu denken. Einfach kommen und arbeiten, etwas Geld machen, wieder zurückgehen.“

Musik: CD54790/006

ERZÄHLERIN: 

400 Kilometer weiter östlich in der Türkei lebt zur gleichen Zeit Makbule Kurnaz in einem Bauernhaus mit Garten, zwei Kühen, Katzen, Hunden und Hühnern. Ihr Vater fährt jeden Morgen mit dem Motorrad in eine Zuckerfabrik und arbeitet dort als Aufseher.

Musik aus

4. Zsp. / Makbule Kurnaz

„Eine Diktatore. Wie Pascha. Wie Harem Pascha..

ERZÄHLERIN: 

Er hat nacheinander drei Frauen und fünf Kinder, das älteste ist ein Sohn, der einzige Junge in der Familie.

5. Zsp. / Makbule Kurnaz

„Deswegen meine Vater wollte, der ist nach Deutschland zum Studieren gehen. Er ist Jahre 70 nach Deutschland gekomme

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