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Deutsche im türkischen Exil - Wissenschaftsmigration 1933-1945
Description
In der Zeit des Nationalsozialismus gingen viele Wissenschaftler ins Exil in die Türkei. Die türkische Regierung hatte Reformen angestoßen, das Land brauchte westliches Know-how. Ausgebürgerten Wissenschaftlern wurde in ihren Pass "heimatlos" gestempelt. 'Haymatloz' wurde später ein Synonym für Exilanten im Türkischen. Autorin: Claudia Steiner (BR 2021)
Credits
Autorin dieser Folge: Claudia Steiner
Regie: Kirsten Böttcher
Es sprachen: Christian Baumann, Peter Veit
Technik: Roland Böhm
Redaktion: Thomas Morawetz
Im Interview:
Elisabeth Weber-Belling, Tochter des Bildhauers Rudolf Belling;
Burcu Dogramaci, Professorin für Kunstgeschichte an der LMU München;
Sabine Mangold-Will, apl.-Professorin für Neuere und Neueste Geschichte an der Bergischen Universität Wuppertal;
Sabine Hillebrecht, Institut für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin
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Das vollständige Manuskript gibt es HIER.
Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Manuskript:
MUSIK 1: „Sarilsam“ - C1438820106 – 23 Sek
O-TON 1 (Belling, 25.05)
Für mich – ich bin da geboren worden. Und ich bin da aufgewachsen. Für mich war es Heimat, und für meine Mutter war es auch Heimat, und für meinen Vater wurde es zur Heimat.
SPRECHER 1
…sagt Elisabeth Weber-Belling. Sie wurde 1943 in Istanbul geboren und verbrachte ihre gesamte Kindheit und Jugend am Bosporus.
MUSIK 2: „Dialoge“ von Heinrich Hartl – M0009164 000 – 51 Sek
SPRECHER 1
Ihr Vater, der Berliner Bildhauer Rudolf Belling, verließ das nationalsozialistische Deutschland und emigrierte am 6. Januar 1937 in die Türkei – wie viele andere kritische und verfolgte Künstler, Wissenschaftler und Intellektuelle. Rudolf Belling, der für seine abstrakte Skulptur „Dreiklang“ bekannt ist, hatte viel für Gewerkschaften gearbeitet. Einige seiner Arbeiten wurden von den Nazis gepriesen, andere diffamiert.
So wurde seine Bronze-Skulptur des Boxers Max Schmeling 1937 in der Großen Deutschen Kunstausstellung im Münchner Haus der Kunst gezeigt – einer von Adolf Hitler kuratierten Schau. Gleichzeitig aber fanden sich Bellings Arbeiten in der Ausstellung „Entartete Kunst“. Elisabeth Weber-Belling:
O-TON 2 (Belling, 3.11)
Die Aufträge fielen weg, freies Arbeiten war nicht mehr möglich, seine Arbeiten wurden diffamiert. (…) Also, w