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Die Maus - Anpassungskünstler und gefürchteter Schädling

Die Maus - Anpassungskünstler und gefürchteter Schädling

Published 1 year, 10 months ago
Description

Sie sind possierlich, flink und unglaublich fruchtbar. Das müssen sie auch, bedenkt man, wer ihnen alles nachstellt - und: Sie sind nicht überall gern gesehen. Über 40 Mäusearten gibt es weltweit. Autorin: Renate Kiesewetter (BR 2014)

Credits
Autorin dieser Folge: Renate Kiesewetter
Regie: Sabine Kienhöfer
Es sprachen: Hemma Michel, Andreas Neumann, Stefan Wilkening
Technik: Fabian Zweck
Redaktion: Bernhard Kastner

Im Interview:
Dr. Walter Bäumler, Zoologe, Mäuseforscher, Ludwig-Maximilians-Universität München.

Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de.

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Das vollständige Manuskript gibt es HIER.

Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Manuskript:

MUSIK: C1432360 007 (00‘30‘‘)

Zitator:

"Ach", sagte die Maus, "die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, daß ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, daß ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, daß ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe." – "Du mußt nur die Laufrichtung ändern", sagte die Katze und fraß sie.

MUSIK ENDE

Sprecherin:

Die Kleine Fabel von Franz Kafka. Der Schriftsteller hatte zeit seines Lebens Angst vor Mäusen. Und damit war und ist er nicht alleine. Denn Mäuse und Menschen haben seit jeher ein gespaltenes Verhältnis. So beschreibt Francesco Santoianni in seinem Buch "Von Menschen und Mäusen" den Jahrhunderte währenden Kampf gegen die Nagetiere als eindeutige Niederlage des Menschen. Zahlreiche Bekämpfungsarten hat sich der Mensch einfallen lassen, doch es gibt sie immer noch, trotz Katzen, Mausefallen, Gift oder ausräuchern. Und die menschliche Fantasie bringt nach Francesco Santoianni immer wieder neue Horrorszenarien hervor: 

MUSIK: M0024267 000 (00‘45‘‘)

Zitator:

Überernährt von den Abfällen einer auf Verschwendung gegründeten Gesellschaft, geschützt in relativ warmen und endlosen Kanalisationssystemen, haben sich Mäuse und Ratten im Herzen sämtlicher Metropolen breitgemacht. Fünfzehn Millionen in Rom, fünfundzwanzig Millionen in New York, zehn Millionen in Neapel ... diese Zahlen tauchen regelmäßig in den Massenmedien auf und nähren atavistische Ängste und Vorstellungen von einem dunklen, bedrohlichen Heer, das nur darauf wartet, alles zu verschlingen und zu zerstören.

MUSIK ENDE

Sprecherin:

'Mus musculus', die Hausmaus … 'so ein kleines putziges Tier', möchte man fast sagen. Der "schlimmste Freund des Menschen", wie Francesco Santoianni die Maus nennt, hatte zumindest in dem berühmten Tierforscher Alfred Edmund Brehm einen Fürsprecher. Seine Beobachtungen aus dem 19. Jahrhundert über die verschiedenen Mäusearten sind anregend und wohlwollend. Aber auch er weiß um die schwierige Beziehung zwischen "heißhungrigen" Mäusen und Menschen:

Zitator:

Die anmutigen und zierlichen Mause sind trotz ihrer schmucken Gestalt und ihres heiteren und guten Wesens arge Feinde des Menschen und werden von ihm mit Ingrimm verfolgt (…) Man kann sich schwerlich ein naschhafteres Geschöpf denken als eine Hausmaus, welche über eine gut gespickte Speisekammer verfügen kann. Sie beweist auf das schlagendste, daß der Sinn des Geschmackes bei ihr vortrefflich entwickelt ist.

Sprecher:

Den ungebetenen nagenden Gästen in Speisekammern, Dachböden und Kellern sei nur das Beste gu

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