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Schwarz, schwärzer am schwärzesten - Die Farbe Schwarz im Tierreich
Description
Es gibt ultraschwarze Fische, schwarze Panter und Raben, auch Hunde und Katzen können pechschwarz sein. Tarnung in der Tiefsee oder in der Nacht, aber auch eine Genmutation, Alterserscheinung, Stress oder Mangelernährung können hinter dem Melanismus, der Schwarzfärbung bei Tieren stecken. Autorin: Brigitte Kramer (BR 2021)
Credits
Autorin dieser Folge: Brigitte Kramer
Regie: Frank Halbach
Es sprachen: Ditte Ferrigan, Frank Manhold
Technik: Robin Auld
Redaktion: Bernhard Kastner
Im Interview:
Lea Schmitz, Sprecherin Deutscher Tierschutzbund, Bonn;
Jochen Wolf, Evolutionsbiologe, LMU München;
Katrin Vohland, Biologin, Naturhistorisches Museum, Wien.
Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de.
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Das vollständige Manuskript gibt es HIER.
Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Manuskript:
Musik Z9500650 102 „On Thin Ice“; Zeit: 00:36
O 1 Jochen Funktion Farbe DRÜBER
Das ist einerseits die Tarnung. Der Organismus hat damit die
Möglichkeit, sich seinem Umfeld anzupassen. Sich zu verstecken.
Geräusch Rabe
Dann dient die Farbe als innerartliches und auch zwischenartliches Signal ist es wichtig für die Kommunikation,
ATMO weg
… hat aber auch physiologische Relevanz, da es die Thermo-Regulationen beeinflussen kann. Und im Fall von Melanin bietet es auch Schutz vor Strahlung. Weil Melanine eben UV-Strahlung gut abfangen können.
SPRECHERIN
… sagt der Evolutionsbiologe Jochen Wolf von der Ludwigs-Maximilians-Universität in München.
MUSIK ENDE
Je mehr Melanine, also Pigmente, Haut, Federn oder Haare haben, desto dunkler sind sie. Eumelanin (sprich: Oi-Melanin) ist für die Farbe Schwarz zuständig. Melanine sind stammesgeschichtlich uralt, es gab also schon schwarze oder sehr dunkle Dinosaurier, wie über 300 Millionen Jahre alte Fossilien zeigen. Die Farbe Schwarz spielt im Tierreich eine wichtige Rolle, bei Insekten gleichermaßen wie bei in Wirbeltieren.
ATMO nachts
SPRECHERIN drüber
Bei nachtaktiven Tieren beispielsweise. Sie wollen entweder beim Jagen erfolgreich sein oder selber nicht gefressen werden: Viele Würmer, Schnecken, Gliedertiere und Säugetiere sind sehr dunkel, schwarz oder zumindest unauffällig gefärbt.
ATMO weg
SPRECHERIN
Doch bei einigen Tieren entstehen dunkles Fell, Federn oder Haut auch aus einer genetischen Laune heraus: ‚Schwärzlinge‘ sind Tiere, die in ihrer Farbe durch übermäßige Pigmentierung mit Melaninen von der Norm abweichen. Schwarze Panther zum Beispiel, aber auch Pferde, Katzen, Mäuse, Kreuzottern, Meerschweinchen oder Finken … Und: Tiere können vorübergehend schwarz werden, als Reaktion auf Stress, weil sie altern, wie manche Schildkrötenarten zum Beispiel, bei Mangelernährung oder bei Lichtmangel – oder weil sich die Umweltbedingungen verändert haben.
Ein Beispiel für den so genannten Industrie-Melanismus sind die Birkenspanner von Manchester, Nachtfalter, die sich eigentlich mit ihren hell-grau-gemusterten Flügeln perfekt an die Stämme der Birken angepasst hatten.
Bis im 19. Jahrhundert die Schornsteine begannen, Ruß in die Luft zu pusten und sich die Birkenstämme schwarz färbten. Jochen Wolf:
O 1a Jochen Birkenspanner
Und 1848 hat man die erste schwarze Morphe des Birkenspanners in Manchester entdeckt und bereits weniger als 50 Jahre später, 1895, waren 98 Prozent der P