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Luchino Visconti - Schönheit, Dekadenz und Tod

Luchino Visconti - Schönheit, Dekadenz und Tod

Published 1 year, 10 months ago
Description

Als Sohn einer italienischen Adelsfamilie wäre sein Weg vorgezeichnet. Doch Luchino Visconti will hinter die Fassaden von Prunk und Pomp blicken. Er wird Drehbuchautor und Regisseur. "Ludwig II.", "Der Leopard", "Der Tod in Venedig", seine Filme zu Schönheit, Tod und Dekadenz erreichen Weltruhm. Von Susi Weichselbaumer (BR 2021)

Credits
Autorin dieser Folge: Susi Weichselbaumer
Regie: Susi Weichselbaumer
Es sprachen: Friedrich Schloffer, Julia Fischer, Stefan Wilkening, Katja Schild
Technik: Susanne Herzig
Redaktion: Andrea Bräu

Im Interview:
Michaela Krützen, Professorin für Medienwissenschaft, HFF München 

Literaturtipps:

Schifano, Laurence: Luchino Visconti. Fürst des Films. Casimir Katz Verlag. 

Schneider, Marianne/ Schirmer, Lothar: Visconti. Schriften, Filme, Stars und Stills. Schirmer/Mosel. 

Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de.

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Das vollständige Manuskript gibt es HIER.

Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Manuskript:

Michaela Krützen, Professorin für MediATMO Dreh

ERZÄHLER 

Der alte Palazzo Gangi in Palermo ist längst aufgegeben. Für diesen Dreh jedoch 

soll das verlassene Gebäude wieder erstrahlen. Strotzen vor Prunk und Pracht, erhabener wirken, denn je.

ERZÄHLERIN 

Günstigere Pappkulissen hätten es vielleicht genauso getan…

ERZÄHLER

Nicht, wenn der Filmverantwortliche Luchino Visconti heißt. Visconti steht Ende der 1950er, Anfang der 1960er Jahre auf dem Höhepunkt seiner Karriere als Drehbuchautor, Theater-, Opern- und eben Filmregisseur. Das Credo des Italieners:

ZITATOR VISCONTI (Akustik Patina)

„Es ist meine Überzeugung, dass, wenn man sich mit etwas befasst, man es immer mit Leidenschaft tun muss. Aus diesem Grund sind wir ja auf der Welt, wir müssen brennen bis der Tod, der ja nur der letzte Akt des Lebens ist, sein Werk vollendet, indem er uns in Asche verwandelt.“

MUSIK Der Leopard 1

ERZÄHLER 

Für die Produktion des Films „Der Leopard“ 1962 bedeutet das: Soll eine Szene auf einem Ball spielen, dann muss ein Ball stattfinden. 

ERZÄHLERIN

Als Komparsen lädt Visconti die Creme de la Creme der palermischen Aristokratie ein. Er beschäftigt zwanzig Elektriker, einhundertfünfzig Handwerker, die Dekorationen bauen, dazu Schneiderinnen, Tanzlehrer, Maskenbildnerinnen… 

ZITATORIN (Akustik Patina)

„Ich erinnere mich, dass ich im 13:30 Uhr mit meiner Arbeit begann und am anderen Morgen um 6.00 Uhr aufhörte.“ 

ERZÄHLER

Der sizilianische Sommer ist heiß. 

ERZÄHLERIN

Die eigens im Palazzo installierte Klimaanlage ist teuer, reicht aber nicht aus –

ERZÄHLER 

Visconti nutzt also die kühle Nacht und die Morgendämmerung. Genau 48 Nächte hintereinander.

ERZÄHLERIN

Für EINE EINZIGE Ballszene…

ERZÄHLER

Für DIE Ballszene der Filmgeschichte! Der Blumenschmuck kommt jeden Tag frisch, eingeflogen aus San Remo. Das Geschirr aus Gold und Silber für die Tafel ist von den ältesten Familien Palermos geliehen. 

ERZÄHLERIN 

Die Kerzen an den Lüstern sind echt und müssen stündlich erneuert werden… 

ZITATORIN  

„Ehe er zu drehen begann, inspizierte Visconti alle Darsteller von Kopf bis Fuß. Das waren nicht weniger als hundert Leute.“

ATMO Dreh 

ERZÄHLER

Darunter ist die junge Claudia Cardi

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