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Das Paradies - Auf der Suche nach dem Guten
Description
Sehnsuchtsort Paradies - Die Religionen beschreiben das Paradies als einen Ort, wo Überfluss und Reichtum herrschen und es keine Gewalt gibt. Das Paradies ist ein Gegenentwurf zum Leben im Hier und Jetzt. (BR 2020)
Autor/in dieser Folge: Barbara Schneider
Regie: Kirsten Böttcher
Es sprachen: Katja Amberger, Christian Baumann, Andreas Neumann
Technik: Michael Krogmann
Redaktion: Bernhard Kastner
Im Interview:
Bernhard Lang, Theologe und Religionswissenschaftler
Daria Pezzoli-Olgiati, Professorin für Religionswissenschaften
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Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Manuskript:
Zitator
Die Menschen „lebten wie Götter und hatten das Herz ohne Kummer, ohne Plagen und Jammer. Sogar das klägliche Alter nahte nicht, sondern immer an Füßen und Händen sich gleichend, freuten sie sich am üppigen Mahl und kannten kein Unheil. Wie vom Schlaf überwältigt, starben sie; alles Erwünschte war ihnen eigen.“ (Hesiod)
MUSIK kurz hoch
Sprecherin
Rund 700 Jahre vor Christus skizziert der Dichter Hesiod, der als Bauer in Griechenland gelebt hat, den Mythos einer vollkommenen, glücklichen Zeit.
In seinem Lehrgedicht „Werke und Tage“ nennt er diese Zeit das ‚Goldene Zeitalter‘ und meint damit eine perfekte Urwelt, die er ganz zu Anfang der Menschheitsgeschichte verortet. Diesen idealen Urzustand gibt es nicht mehr.
MUSIK 2: James Horner: „Betrayed“
Nach und nach hat sich die Welt vom Guten zum Schlechten gewandelt, auf das Goldene Zeitalter folgten weitere Zeitalter, in denen das Leben für die Menschen immer mühsamer wird und nach und nach Gewalt und Krieg in die Welt kommen. Nunmehr, so sieht es Hesiod, lebt der Mensch im ‚eisernen Zeitalter‘, wo Gewalt herrscht, Recht gebrochen wird, die Menschen körperlich schwer arbeiten müssen und der Alltag von Sorgen begleitet ist. Den Menschen bleibt nur die Hoffnung, dass irgendwann das Goldene Zeitalter zurückkehrt.
Sprecher
Der Mythos vom Goldenen Zeitalter, wie ihn Hesiod aufschrieb, findet weite Verbreitung in der Antike. Andere Schriftsteller greifen diese Vorstellung auf. Aber nicht nur in der antiken Mythologie gibt es die Idee einer vollkommenen, glücklichen, ja paradiesischen Zeit, sagt der katholische Theologe und Religionswissenschaftler Bernhard Lang:
1 OT Bernhard Lang
Eigentlich findet man in sehr vielen Kulturen Vorstellungen von einer idealen Urzeit, von einem goldenen Zeitalter auf das dann ein langsamer Abfall folgt, der dann schließlich in der Gegenwart, im eisernen Zeitalter, endet, also in unserer relativ schlechten Zeit. Und man sehnt sich auf eine große Zeitenwende, die die ganze Geschichte wieder an den Anfang, in das Goldene Zeitalter zurückführt.
Sprecher
Die Weltliteratur kennt zahlreiche und unterschiedliche Geschichten von einer idealen Urzeit. Von Orten, an denen Frieden und Harmonie zwischen Gott beziehungsweise Göttern und den Menschen herrscht. Die wohl berühmteste Erzählung findet sich am Anfang der Bibel.
MUSIK 3 Marcus H. Rosenmüller: „Amrita und... aus