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Mikrochips - Halbleiter als Global Player
Description
Mikrochips sind mittlerweile unentbehrlich: Sie stecken im Kühlschrank, im Auto oder der EC-Karte. Seit Intel 1971 den ersten integrierten Schaltkreis in Serie produzierte, hat die Technologie einen globalen Siegeszug angetreten. Doch das kostbare Gut sorgt immer wieder für Streit unter Wirtschaftsmächten. Von Lukas Grasberger (BR 2022)
Credits
Autor dieser Folge: Lukas Grasberger
Regie: Sabine Kienhöfer
Es sprachen: Katja Amberger, Jerzy May, Julia Fischer
Technik: Roland Böhm
Redaktion: Nicole Ruchlak
Im Interview:
Frank Dittmann, Kurator Hauptabteilung Technik, Deutsches Museum, München
Genevieve Bell, Senior Fellow bei Intel und Professorin für Kybernetik, Australian National University, Canberra
Klaus Behling, Journalist und Klaus Behling, Autor „Die DDR und der High-Tech-Schmuggel“, Potsdam
Reinhard Buthmann, Autor „Kadersicherung im Kombinat VEB Carl Zeiss Jena: Die Staatssicherheit und das Scheitern des Mikroelektronikprogramms“
Jan-Peter Kleinhans, Halbleiter-Experte Stiftung Neue Verantwortung, Berlin
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Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Manuskript:
SPRECHER
Die junge Frau erschrickt, als sie aufwacht: Sie hat verschlafen! Der Wecker hat nicht geklingelt. Schnell ins Bad, Waschen und Zähneputzen, aber: Die elektrische Zahnbürste streikt.
MUSIK HOCH
Doch der Alptraum beginnt erst: Auch das Auto springt nicht an. Im Krankenhaus, wo die junge Frau arbeitet, kann sie nicht Bescheid geben: das Smartphone ist tot. In der Klinik würde ohnehin keiner abnehmen, es herrscht Ausnahmezustand. Fast das gesamte medizinische Personal ist auf der Intensivstation, wo es versucht, den Ausfall von lebenserhaltenden Maschinen zu kompensieren.
MUSIK HOCH
ERZÄHLERIN
Dieses Szenario ist erfunden und ist noch nie eingetreten. Aber es zeigt: Versagten alle Mikrochips auf einmal ihren Dienst: Unser gesamtes Alltagsleben würde binnen Sekunden zusammenbrechen.
ERZÄHLERIN
Mikrochips sind heute in unserem Alltag allgegenwärtig: Millimetergroße, und dennoch mehrstöckige Gesamtkunstwerke, in dem viele Millionen Transistoren, Widerstände und Kondensatoren lautlos zusammenarbeiten – und die in der Dating-App genauso stecken wie in der komplexen Steuerung des Autoverkehrs. Klingt nach abgefahrener Raketenwissenschaft? Ja, das war die Chip-Technologie Anfangs im wahrsten Sinne des Wortes, sagt der Münchner Technik-Historiker Dr. Frank Dittmann.
O-Ton 1 Dr. Frank Dittmann, Kurator Abteilung Starkstromtechnik, Energietechnik und Automatisierungstechnik, Deutsches Museum München
„Denn da kommts ja vor allem drauf an, sehr klein zu bauen, und bei Raketen oder auch bei Flugzeugen die Masse zu minimieren. Das kann man mit solchen integrierten Bauelementen sehr gut. Und das ist so forschungsintensiv, bevor man überhaupt verstanden hat, was da passiert: Das konnte eigentlich nur das Militär bezahlen.“