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Pflanzenjäger auf Abenteuerreise - Wie man früher seltene Arten aufspürte

Pflanzenjäger auf Abenteuerreise - Wie man früher seltene Arten aufspürte

Published 1 year, 9 months ago
Description

Pflanzenjäger - kein scherzhafter Begriff, sondern ein uralter Beruf! Ob im Auftrag eines Königs oder der Forschung, an Deck eines Schiffs oder mitten im Dschungel - lebensgefährlich war die Pflanzenjagd immer. Von Anja Mösing (BR 2019)

Credits
Autorin dieser Folge: Anja Mösing
Regie: Irene Schuck
Es sprachen: Beate Himmelstoß, Andreas Neumann
Technik: Ursula Kirstein
Redaktion: Iska Schreglmann

Im Interview:
Niels Köster (Dr.; Biologe und Kustos für tropische und subtropische Pflanzen am Botanischen Garten, Berlin)

Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de.

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Das vollständige Manuskript gibt es HIER.

Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Manuskript:

MUSIK

ATMO Dschungel

ERZÄHLER 

Es sind 24 Kanus. Die Männer darin haben Musketen. Den ganzen Tag schon beschießen sich die beiden verfeindeten Gruppen. Sie sind kriegerisch, die Papua auf Neuguinea. Und es heißt sogar, dass sie die Köpfe ihrer besiegten Feinde sammeln, als Trophäen! Trotzdem: Wilhelm Micholitz braucht ihre Unterstützung. Er sitzt zwischen ihnen, in einem der Kanus. Und er hofft, dass sie bald weiterfahren können. Nur haben die Männer in Kriegsbemalung momentan ganz anderes im Sinn. 

Micholitz lässt sich von den paar Musketenschüssen nicht beeindrucken. Auch nicht von der tropischen Hitze und Feuchtigkeit. Micholitz hat einen neuen Auftrag. Nur der interessiert ihn: Für seinen Chef in London soll er wieder Orchideen finden. Dieses Mal die mit den zartlilafarbenen Blütenblättern: „Dendrobium phaleanopsis“. Von denen gibt es in ganz Europa Ende der 1880er Jahre nur drei Exemplare. 

Diese Pflanzen sind eine Rarität! Und Micholitz Chef will damit bei den Orchideen-Verrückten Sammlern in Europa einen großen Coup landen. Er [gemeint ist der Chef] hat alte Aufzeichnungen entdeckt und ist sicher, dass sie irgendwo hier wachsen müssen, bei den Kopfjägern in Neuguinea. 

MUSIK 

ERZÄHLERIN

Auftraggeber von Wilhelm Micholitz ist der Unternehmer Friedrich Sander. Aus dem Briefwechsel zwischen den beiden weiß man heute viel über den sogenannten „Orchideenkrieg“ im 19. Jahrhundert: ein Wettlauf europäischer Gärtnereien um exotische Pflanzen. – Der unrühmliche Höhepunkt einer jahrhundertelangen Entwicklung. 

ERZÄHLER

Sander war als junger Gärtner aus Bremen nach London gekommen und wurde dort mit seiner Orchideengärtnerei weltberühmt. Um die sensationshungrige, meist adelige Kundschaft zufrieden zu stellen, beschäftigte der ungekrönte „Orchideenkönig“ Jäger – Pflanzenjäger!

O-TON 1      Köster 

Der Begriff "plant hunter" bezog sich ursprünglich auf die Leute, die hauptberuflich durch bisher unbekannte Gegenden gezogen sind und neue Pflanzen nach Europa gebracht haben. 

ERZÄHLERIN

Niels Köster ist promovierter Biologe am Botanischen Garten von Berlin. Für den Verband Botanischer Gärten hat er eine große Wanderausstellung über Forscher, Sammler und Pflanzenjäger kuratiert. Pflanzenjäger? Das klingt seltsam!

MUSIK aus

O-TON 2      Köster

Das waren normalerweise Auftragsjäger für größere Handelsgärtnereien. Also „Sanders“ oder „Veitch“ in Großbritannien. Die Briten als klassisches Gartenvolk hatten natürlich größere Gärtnereien, die ja extrem viele Pflanzen umgesetzt haben. Und einige von diesen Gärtnereien hatten bis zu 20 Leute gleichzeitig überall auf der Welt unterwegs, die für sie Pflanzen gesammel

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