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Arbeitszeit - Von der Stechuhr zum Coworking Space

Arbeitszeit - Von der Stechuhr zum Coworking Space

Published 1 year, 8 months ago
Description

Mehr als ein Jahrhundert lang kämpften Gewerkschaften für geregelte Arbeitszeiten. Sie setzten den Acht-Stunden-Tag und die Fünf-Tage-Woche durch. Und heute? Sind alle flexibel. Und überarbeitet. Autorin: Maike Brzoska (BR 2021)

Credits
Autorin dieser Folge: Maike Brzoska
Regie: Anja Scheifinger
Es sprachen: Ariane Payer, Johannes Hitzelberger, Peter Lersch, Anna Greiter
Technik: Peter Preuß
Redaktion: Nicole Ruchlak

Im Interview:
Michael Schneider, Professor an der Universität Bonn;
Thomas Ertl, Professor an der Freien Universität Berlin;
Birgit Blättel-Mink, Professorin an der Universität Frankfurt am Main

Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de.

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Das vollständige Manuskript gibt es HIER.

Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Manuskript:

Musik Weird instructions unter folgendem: 0´58´´

ZITATOR

Berlin, den 15. November 1918. An den Vollzugsausschuss (..)

SPRECHERIN

Es ist nur eine Seite Papier, eng mit Schreibmaschine bedruckt. Aber es sollte das Leben von Millionen Menschen verändern. 

ZITATOR

Die Verbände der Arbeitnehmer und Arbeitgeber haben unter dem heutigen Tage vereinbart, dass das Höchstmass der täglichen regelmässigen Arbeitszeit für alle Betriebe auf 8 Stunden festgesetzt wird und Verdienstschmälerungen aus Anlass dieser Verkürzung der Arbeitszeit nicht stattfinden dürfen.

SPRECHERIN

Nur noch acht Stunden täglich arbeiten – und das bei vollem Lohnausgleich.

ZITATOR

Wir bitten den Vollzugsausschuss, diese Forderung bei den Friedensverhandlungen zu stellen und zu vertreten.

Musik Weird instructions hoch und weg

SPRECHERIN

Angehängt an das kurze Schreiben ist das sogenannte Stinnes-Legien-Abkommen. Es ist benannt nach seinen beiden Verhandlungsführern: dem Unternehmer Hugo Stinnes und dem Gewerkschafter Carl Legien. Aus Nächstenliebe haben die Arbeitgeber dem Achtstundentag aber nicht zugestimmt. Vielmehr fürchteten sie sich vor revolutionären Umbrüchen. Denn am Ende des Ersten Weltkrieges schien alles möglich zu sein, sagt der Politikwissenschaftler Michael Schneider. Er ist Professor an der Universität Bonn. 

01 O-TON (Schneider)

Wenn in Deutschland von Räten die Rede war, von der Sozialisierungs-Forderung die Rede war, haben die Arbeitgeber befürchtet, das könnte womöglich ganz schlecht für sie ausgehen, für die deutsche Industrie, für die Eigentumsverhältnisse. 

SPRECHERIN

Deshalb taten sie alles dafür, um den Besitzstand zu wahren und den Status Quo zu erhalten. Auch wenn sie dafür weitreichende Zugeständnisse machen mussten. 

02 O-TON (Schneider)

Beide haben unter dem Druck für sich rausgeholt, was für sie von zentraler Bedeutung gewesen ist: den Achtstundentag auf der einen Seite und die Sicherung der Eigentumsverhältnisse auf der anderen Seite.

SPRECHERIN

Es war eine große Errungenschaft für die Arbeiterinnen und Arbeiter. Jahrzehntelang hatten sie dafür gekämpft. Nötig geworden war dieser Kampf, weil einige Jahrhunderte zuvor zwei Entwicklungen parallel stattfanden, welche die Art und Weise, wie Menschen arbeiten, grundlegend verändert hatten. 

Musik Laiser Pointer unter: 0´13´´

SPRECHER

Von Uhren und Städten - Als Zeit zu Geld wurde.

Musik Laiser Pointer weg

SPRECHERIN

In früheren Zeiten hatten sich die M

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