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Kinder des 20. Juli - Wie es für die Nachkommen weiterging
Description
Der Staatsstreichversuch vom 20.Juli 1944 gilt heute als Versuch, durch den Tod Hitlers den Zweiten Weltkrieg zu beenden und damit Millionen Zivilisten und Soldaten das Leben zu retten. Doch an dieser Anerkennung hat es lange gefehlt. Die Tat der Verschwörer um Stauffenberg, Tresckow, Beck und andere wurde über Jahrzehnte als Verrat denunziert. Entsprechend schwer hatten es auch Angehörige und Nachkommen, in der deutschen Öffentlichkeit Ansprüche auf Entschädigung geltend zu machen. Von Rainer Volk
Credits
Autor dieser Folge: Rainer Volk
Regie: Sabine Kienhöfer
Es sprachen: Thomas Birnstiel, Jerzy May, Susanne Schroeder
Technik: Simon Lobenhofer
Redaktion: Thomas Morawetz
Eine besondere Empfehlung der Redaktion:
ALLES GESCHICHTE - HISTORY VON RADIOWISSEN
Omas Tasche und das Hitler-Attentat
War Oma am Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944 beteiligt? Der Autor Thies Marsen ist zunächst sehr skeptisch, als ihm seine Großmutter eröffnet: Sie habe die Aktentasche besorgt, in der Graf von Stauffenbergs Bombe platziert war. Dann taucht er in die Familiengeschichte ein. Was er herausfindet, lässt ihn bis heute nicht los. Von Thies Marsen JETZT ENTDECKEN
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Das vollständige Manuskript gibt es HIER.
Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Manuskript:
O-Ton 1: (Hitler im Radio, 20.7.1944, Länge: 0’50)
„Deutsche Volksgenossen und -genossinnen. Eine ganz kleine Clique ehrgeiziger, gewissensloser und zugleich unvernünftiger, verbrecherisch-dummer Offiziere hat ein Komplott geschmiedet, um mich zu beseitigen…
(blenden ab „…mich zu beseitigen“ – unter Erzähler verlieren)
Musik: Dark operation red 0‘43
Erzähler:
Die Nachwirkungen des 20.Juli 1944 beginnen schon in der Nacht jenes Tages - als Hitler im Radio spricht. Seine Diffamierung der Akteure des Umsturzversuchs wirkt noch über Jahrzehnte. Die brutale Rache der Nazis vor Kriegsende 1945 mit hunderten Hinrichtungen, Sippenhaft und Verschleppungen von Angehörigen ist dabei nur ein Aspekt. Das wahre Gift der Sätze Hitlers zeigt sich erst nach der Befreiung vom Nationalsozialismus. Axel Smend ist Jahrgang 1944. Sein Vater, der Oberstleutnant Günther Smend, versuchte seinen Vorgesetzten, den Generalstabschef des Heeres, zu bereden, dem Widerstand beizutreten, Sein Sohn Axel erinnert sich:
O-Ton 2: (Smend-Verräter) –
„Meine Mutter war beim Elternsprechtag. Und sie sprachen auch in irgendeiner Weise über meinen Vater. Ich war immer ein schlechter Schüler. Und dann hat der Lehrer in diesem Zusammenhang meiner Mutter gesagt. Na ja, dann ist es ja kein Wunder, dass Ihr Sohn Axel schlecht in der Schule ist - als Sohn eines Verräters.“ Länge: 0‘23
Erzähler:
Smends Erlebnis ist keineswegs ein Einzelfall. Begriffe wie „Vorbilder“ oder „Helden“ für die Männer und Frauen des 20.Juli 1944 blieben lange die Ausnahme. So fand das Allensbacher Institut für Demoskopie 1951 heraus: 30 Prozent der Deutschen verurteilten den versuchten Staatsstreich weiterhin. Noch einmal so viele wussten nichts von den Geschehnissen oder hatten keine Meinung dazu. Irritiert schrieben die Meinungsfo