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Das Gipfelkreuz - Eine Geschichte von Aufstieg und Fall
Description
Auf rund 4000 Alpengipfeln steht heute ein Gipfelkreuz. Oft stecken in den paar Balken aus Holz oder Metall dramatische Geschichten. Obwohl viele dieser Gipfelzeichen für Frieden, Freundschaft und Versöhnung stehen, scheiden sich an ihnen die Geister. Um die Deutungshoheit ist ein harter Kulturkampf entbrannt. Von Rainer Firmbach
Credits
Autor dieser Folge: Rainer Firmbach
Regie: Irene Schuck
Es sprachen: Katja Amberger, Christian Baumann, Andreas Neumann
Technik: Daniela Röder
Redaktion: Karin Becker
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Literaturtipps:
Walter Bonatti: Große Tage am Berg. Zürich, Rüschlikon, 1972.
Hans Joachim Löwer: Gipfelkreuze. Innsbruck, Athesia, 2019.
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Das vollständige Manuskript gibt es HIER.
Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Manuskript:
SPRECHER:
Wie eine Kathedrale thront das Gaishorn über dem Vilsalpsee. Die mächtige Felspyramide gehört - neben Hochvogel und Trettachspitze -
zu den auffälligsten Berggestalten der Allgäuer Alpen. Auch bietet das Gaishorn dem rüstigen Gipfelstürmer eine phantastische Rundschau, nach allen Himmelsrichtungen.
SPRECHERIN:
Von frühester Jugend an hat Edmund Abel das Gaishorn immer wieder bestiegen. Stundenlang, sagt der Mann aus Legau, kann er dort oben am Gipfel, in 2249 Metern Höhe, nur dasitzen und schauen.
SPRECHER:
Abels Hauptaugenmerk gilt dabei dem imposanten Gipfelkreuz, mit seinem schmiedeeisernen Strahlenkranz. Aus gutem Grund. Zähe Legauer Naturburschen haben dieses neue Kreuz 2011 hier heraufgetragen, Seite an Seite mit Bergwachtlern aus dem Tannheimer Tal, als Ersatz für das alte Legauer Holzkreuz, das ein Wintersturm beschädigt hatte.
Musik weg
SPRECHERIN:
Im Kreuz auf dem Gaishorn-Gipfel sieht Edmund Abel mehr als nur eine Selfie-Kulisse, für das zeittypische Gipfelfoto auf Social Media:
1. O-Ton:
„Aufm Gipfel vom Gaishorn is es e bissle wie hoim komma. Es is a bissle die verlängerte Flur von Legau. Weil ja da dieses Gipfelkreuz von der Kolpingsfamilie und jetzt auch von der Bergrettung Tannheim steht. Und es is e schönes Gefühl, wenn man weiß, dass da schon vor 80 Jahren aus unserem Ort Menschen sich genau für diesen Gipfel begeistert ham. Und es is einfach a tolles Gefühl, wenn man da oben steht, und auch diesen Gedanken mittragen kann.“
SPRECHER:
Die Liebe zu den Bergen, regionale Verbundenheit und Ehrfurcht vor dem tief in christlichen Glaubensvorstellungen verwurzelten Kreuzsymbol verbinden sich zu einem Narrativ, von dem sich auch heute noch eine große Zahl an Menschen angezogen fühlt - aufgeklärte Moderne hin oder her.
SPRECHERIN:
Warum das so ist, erklärt sich Hans-Joachim Löwer, Autor des Buches: „Gipfelkreuze“, so:
2.O-Ton:
„In der Tat, Kirche ist „out“, aber Gipfelkreuze sin