Episode Details
Back to Episodes
Schwaben- und Hütekinder - Schwerstarbeit statt Schule
Description
Über 300 Jahre lang machen sich Scharen von Kindern im Frühjahr aus den Alpengebieten nach Oberschwaben auf, um sich dort als saisonale Arbeitskräfte zu verdingen. Sie sind zwischen sechs und 14 Jahren alt und leisten als so genannte Schwaben- oder Hütekinder Schwerstarbeit, statt zur Schule zu gehen. Das Phänomen des "Schwabengehens" endet erst Mitte des 20. Jahrhunderts. Autorin: Ulrike Beck
Credits
Autorin dieser Folge: Ulrike Beck
Regie: Frank Halbach
Es sprachen: Rahel Comtesse, Christian Baumann, Julia Fischer
Technik: Andreas Lucke
Redaktion: Andrea Bräu
Im Interview:
Sabine Mücke, Historikerin, Leiterin des Museums Humpis Quartier in Ravensburg
Dr. Tanja Kreutzer, Kunsthistorikerin, Leiterin des Bauernhaus Museums Wolfegg
Literaturtipps:
Regina Lampert, „Die Schwabengängerin - Erinnerungen einer jungen Magd aus dem Vorarlberg 1864-1874“. Ein anschaulicher und lebendiger Einblick in Regina Lamperts Leben und Alltag als Schwabenkind. Diese Memoiren hat Lampert 1929 im Alter von 75 Jahren in Heften für ihre Familie niedergeschrieben.
Elmar Bereuter, „Die Geschichte des Kaspanaze - Die Schwabenkinder“. Der Roman erschien 2002 und diente Jo Baier als Vorlage für seinen Film „Schwabenkinder“. Eine sehr berührende und anschauliche Darstellung der Erfahrungen des Schwabenkindes Kaspar.
Noch mehr Interesse an Geschichte? Dann empfehlen wir:ALLES GESCHICHTE - HISTORY VON RADIOWISSEN
Skurril, anrührend, witzig und oft überraschend. Das Kalenderblatt erzählt geschichtliche Anekdoten zum Tagesdatum. Ein Angebot des Bayerischen Rundfunks.
DAS KALENDERBLATT
Frauen ins Rampenlicht! Der Instagramkanal frauen_geschichte versorgt Sie regelmäßig mit spannenden Posts über Frauen, die Geschichte schrieben. Ein Angebot des Bayerischen Rundfunks.
EXTERNER LINK | INSTAGRAMKANAL frauen_geschichte
Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de.
RadioWissen finden Sie auch in der ARD Audiothek:
ARD Audiothek | RadioWissen
JETZT ENTDECKEN
Das vollständige Manuskript gibt es HIER.
Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Manuskript:
Zitatorin (Lampert Die Schwabengängerin S. 66)
Eines Tages sagte der Bauer etwa Ende Juli: “Die Gäns verlieren schon viel Federn, die müssen gerupft werden, bevor die Ernte angeht, denn dann hat man keine Zeit mehr, die Viecher zu rupfen. So zehn Stück solltest rupfen können im Tag.“ …Zuerst ging es nicht gut; an der ersten hatte ich fast ein halben Tag, bittere Tränen hab ich geweint dabei, bis ichs endlich gemerkt habe, wie das geht.“
Erzähler
Das schreibt Regina Lampert in ihren autobiografischen Memoiren „Die Schwabengängerin - Erinnerungen einer jungen Magd aus Vorarlberg“.
Erzählerin
Sie ist zehn Jahre alt, als sie im Frühjahr 1864 zum ersten Mal aus ihrem Heimatdorf Schnifis aufbrechen muss, um bis zum Herbst auf einem Bauernhof in Berg am Bodensee zu arbeiten.
MUSIK ENDE
Erzähler