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Seilbahnen - Am Drahtseil auf Gipfel und durch Städte

Seilbahnen - Am Drahtseil auf Gipfel und durch Städte

Published 1 year, 3 months ago
Description

Die Idee, Lasten oder Personen an einem Seil in luftiger Höhe über Hindernisse zu befördern, ist schon Jahrhunderte alt. Doch erst dank moderner Technik wurden Seilbahnen zu einem zuverlässigen Transportmittel. Heute befördern sie Millionen von Menschen nicht nur auf Berggipfel, sondern auch durch Großstädte. Von David Globig (BR 2021)

Credits
Autor dieser Folge: David Globig
Regie: Susi Weichselbaumer
Es sprach: Andreas Neumann
Technik: Ruth-Maria Ostermann
Redaktion: Iska Schreglmann

Im Interview:
Julia Schneeweiß (ehemals Schwärzler), Unternehmenssprecherin, Doppelmayr Seilbahnen GmbH;
Dr. Georg Schober, Leiter der Prüfstelle / Benannten Stelle für Seilbahnen, TÜV SÜD;
Prof. Klaus Bogenberger, Lehrstuhl für Verkehrstechnik, Technische Universität München

Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de.

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Das vollständige Manuskript gibt es HIER.

Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Manuskript:

SPRECHER:

Unterwegs zu Deutschlands höchstem Berggipfel. In der Talstation der "Seilbahn Zugspitze" schließen sich die Türen der rundum verglasten Kabine. Langsam setzt sie sich in Bewegung, nimmt Fahrt auf und gleitet schließlich mit rund 40 Stundenkilometern gipfelwärts.

Bei ihrer Einweihung Ende 2017 hat die Bahn mehrere Rekorde aufgestellt, erklärt Julia Schwärzler. Sie ist Unternehmenssprecherin bei der Doppelmayr Seilbahnen GmbH. Die österreichische Doppelmayr/Garaventa-Gruppe ist führend auf dem Weltmarkt für Seilbahnen - und von ihr stammt auch diese Anlage. (37")

02 O-TON Schwärzler 14: (38")

"Die 'Seilbahn Zugspitze' hat insgesamt drei Weltrekorde - und zwar: die höchste Fachwerk-Stütze aus Stahl, mit 127 Metern, der größte Höhenunterschied, das heißt die Differenz zwischen Talstation und Bergstation mit knapp zwei Kilometern, und das längste Spannfeld. Das Spannfeld ist die Distanz, also bei der 'Seilbahn Zugspitze' zwischen der Stütze und der Bergstation. Und die ist über 3000 Meter lang. Das heißt, wir haben 3000 Meter freihängendes Seil zwischen Stütze und Bergstation, also eine absolute Rekordleistung."

MUSIK Coconami Moliendo Café 0.34 min.

SPRECHER:

Die Anfänge der Seilbahnen waren allerdings deutlich bescheidener – und sie liegen lange zurück. Die Idee, Lasten oder Menschen zu transportieren, indem man ein Seil zwischen zwei Punkten aufspannt, an dieses Seil einen Korb hängt und den dann hin und her zieht, diese Idee ist einige Jahrhunderte alt. Möglicherweise hat man in Teilen Asiens sogar schon vor mehreren tausend Jahren so Flüsse und Schluchten überwunden. (27")

MUSIK In the meadows 0.55 min.

SPRECHER:

Im Spätmittelalter wurde das Seilbahn-Prinzip aber auch in Europa genutzt: Das zeigen Abbildungen aus dem 15. Jahrhundert. 1644 hatte dann der niederländische Ingenieur Adam Wybe den Einfall, für den Bau einer Bastion in Danzig ein umlaufendes Seil zu nutzen. Daran hingen dutzende Eimer, die kontinuierlich in Bewegung waren und Erde zur Festungs-Baustelle beförderten. Das Seil wurde über mehrere Stützen geführt und von Pferden angetrieben.

Damit waren die grundlegenden Komponenten für Seilbahnen erfunden. Doch bis daraus ein wirklich zuverlässiges Transportsystem wurde, sollte noch einige Zeit vergehen. Denn erst im 19. Jahrhundert standen moderne Drahtseile und leistungsfähige Antriebe zur Verfügung. (48")

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