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Eichhörnchen - Kletternde Kobolde
Description
Eichhörnchen leben gern in Nadelwäldern, beleben als Kulturnachfolger aber auch Gärten und Parks; sie sind anpassungsfähig und gewitzt. Und auch in Mythen und Erzählungen hat es seinen festen Platz. Von Brigitte Kohn (BR 2015)
Credits
Autorin dieser Folge: Brigitte Kohn
Regie: Susi Weichselbaumer
Es sprachen: Ruth Geiersberger, Thomas Birnstiel
Technik: Adele Kurdziel
Redaktion: Bernhard Kastner
Im Interview:
Doris Nogai und Sabine Gallenberger, Eichhörnchen Schutz e. V., München;
Dr. Stefan Bosch, Biologe und Buchautor, Sternenfels
Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de.
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Das vollständige Manuskript gibt es HIER.
Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Manuskript:
Musik Filigran 85062920 Z00 Park-/Stadt-Atmo
01 O-TON SABINE GALLENBERGER 1.14
Ende Februar fängt's langsam an. März geht so, im April ist es eigentlich die Hölle. Da kriegen wir bestimmt 200 Tiere in einem Monat, fast ausschließlich aus dem Wohngebiet. Nester bauen die an den Balkonen, und da fallen die Jungen runter, bzw. beim ersten Ausflug kommen sie vielleicht gerade noch runter, aber nicht mehr nach oben.
ERZÄHLERIN:
Manchmal sammelt die Eichhörnchenmutter ihre Jungen wieder ein und bringt sie in Sicherheit, aber in der Stadt ist das oft schwieriger als im Wald. Wenn sie nicht kommt, ist menschliche Hilfe nötig.
Musik aus
Sabine Gallenberger ist die Gründerin und Vorsitzende des Vereins Eichhörnchen Schutz e.V., der ein bayernweites Netz von Pflegestellen aufgebaut hat und pro Jahr im Schnitt 500 Eichhörnchen das Leben rettet.
Dafür hat sie im Jahr 2014 den Bayerischen Tierschutzpreis erhalten. Ihr und den anderen ehrenamtlichen Helfern geht die Arbeit zwischen Februar und Oktober,
Musik Filigran 85062920 Z00 Park-/Stadt-Atmo
wenn es junge Eichhörnchen gibt, nie aus. Die Stadt ist ein schwieriger Lebensraum: zu viele Autos, hungrige Krähen, Hunde und Katzen, viel zu ordentliche Gärten mit viel zu viel Pflanzengift und ungesicherten Regentonnen.
02 O-TON SABINE GALLENBERGER 1.14
Manche fassen sich ein Herz und suchen den Menschen, damit er ihnen hilft. Was ganz oft verkannt wird, weil die Leute ganz oft nicht verstehen können, dass das ein Hilferuf ist. Manche klettern den Menschen auch die Beine hoch, dann heißts o Gott, Hilfe, Tollwut. Also, laut Robert-Koch-Institut: Eichhörnchen sind keine Tollwut-Überträger, und in Deutschland gibt es schon lange keine Tollwut mehr derzeit. Die suchen wirklich nur Hilfe.
Musik Pattalar home groove C1465890 031 Atmo Hörnchen im Käfig
ERZÄHLERIN:
Bei Doris Nogai aus München-Waldtrudering finden sie diese Hilfe und auch die Gesellschaft von Artgenossen, die junge Eichhörnchen für ihre Entwicklung unbedingt brauchen. Handaufzucht ist anstrengend:
Musik aus
Die Eichhörnchenkinder brauchen alle vier Stunden eine spezielle Aufzuchtmilch, wenn sie ganz klein sind, alle zwei Stunden. Auch nachts. Die Jungtiere bewohnen große Käfige im Wohnzimmer und tragen die Namen, die ihre Finder ihnen gegeben haben. 'Lotta' und 'Meggie' zum Beispiel, eine rot, eine schwarz, sind Schwestern.
Atmo aus
03 O-TON DORIS NOGAI
Die Rote, die ist cooler drauf wie die schwarze, die ist auch nicht so ängstlich wie die schwarze. [Die Schwarze hat sich auch an mich gewöhnt, aber die ist immer noch etwas zögerlich.] Die Rote ist zieml