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Überwachung, Spitzel, Zensur - Das "System Metternich"

Überwachung, Spitzel, Zensur - Das "System Metternich"

Published 10 months ago
Description

Nach den Napoleonischen Kriegen prägte Fürst Metternich die Neuordnung Europas. Sein Ziel: Stabilität um jeden Preis. Hinter der Fassade von Frieden und Restauration herrschten Zensur und Unterdrückung. Die Heilige Allianz erstickte lange Zeit jede Revolution. Von Robert Grantner

Credits
Autor dieser Folge: Rober Grantner
Regie: Irene Schuck
Es sprachen: Berenike Beschle, Oliver Stokowski, Jerzy May
Technik: Robin Auld
Redaktion: Nicole Ruchlak

Im Interview:
Dr. Alexandra Bleyer
Prof. Wolfram Siemann

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Literatur:

Siemann, Wolfram: Metternich - Stratege und Visionär. Eine Biografie. Erschienen im C.H.Beck Verlag

Bleyer, Alexandra: Das System Metternich: Die Neuordnung Europas nach Napoleon. Erschienen im primus Verlag

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Das vollständige Manuskript gibt es HIER.

Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Manuskript:

ZITATOR 1 (Metternich): 

„Die Nachwelt wird mich beurteilen; das einzige Urteil, nach dem ich geize, das Einzige, was mir nicht gleichgültig ist [,] und zugleich das einzige, das ich nie vernehmen werde.“ 

ERZÄHLERIN:

So schreibt Clemens Lothar Wenzel Fürst von Metternich im April 1820 in seinen „Denkwürdigkeiten“. Für den Mann, den seine Zeitgenossen als äußerst eitel und auf seinen Ruf bedacht beschreiben, wäre es wohl ein Graus, wüsste er um das Urteil, welches die Nachwelt bis heute über ihn fällt. Steht er doch mit seinem Namen für Überwachung, Unterdrückung der Pressefreiheit und Bespitzelung der eigenen Bevölkerung. Sogar von einem „System Metternich“ ist die Rede, das aufkeimende liberale und nationale Gedanken und revolutionäre Strömungen im Keim ersticken sollte, um die alte monarchische Weltordnung zu erhalten. Die hatte man 1815 auf dem Wiener Kongress mühsam wiederhergestellt. 

ATMO Kartons werden geöffnet

ERZÄHLERIN:

Knapp 200 Jahre später betritt Prof. Wolfram Siemann in Prag einen Raum, der bis unter die Decke vollgestopft ist mit mehr als 500 Kartons, die vor ihm noch kein Wissenschaftler je geöffnet hat. Voll mit Zeitschriften, geheimen Liebesbriefen und Originaldokumenten aus dem Wiener Kongress. Es ist das Familienarchiv Metternichs, das sich hier vor dem Historiker auftut. 

O-Ton 01 Prof. Wolfram Siemann:

Also das war für mich das Grab des Tutanchamun. Was sehr selten ist bei Historikern des 19. Jahrhunderts, dass man noch an solche Überlieferungen kommt.

ERZÄHLERIN:

Wolfram Siemann beginnt den Inhalt der Kartons auszuwerten. 24 schafft er pro Tag, fotog

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