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Trompe-l´oeil - Die Kunst der Illusion

Trompe-l´oeil - Die Kunst der Illusion

Published 9 months, 3 weeks ago
Description

In der Antike war die Nachahmung der Natur ein wichtiges Ziel der Kunst. Das sogenannte ?Trompe l'oeil, die "Augentäuschung", ist die Königsdisziplin der Illusionsmalerei: Hier soll der Betrachter wirklich ins Grübeln kommen. Von Julie Metzdorf

Credits
Autorin dieser Folge: Julie Metzdorf
Regie: Sabine Kienhöfer
Es sprachen: Thomas Birnstiel, Hemma Michel
Technik: Roland Böhm
Redaktion: Andrea Bräu

Im Interview:
Ursula und Martin Benad, Illusionsmaler

Literaturtipps:

Eckhard Hollmann, Jürgen Tesch: Die Kunst der Augentäuschung. Prestel, München 2004.

Michael Philipp (Hrsg.)„Täuschend echt. Illusion und Wirklichkeit in der Kunst“ – Katalog zur Ausstellung im Bucerius Kunst Forum Hamburg 13.02.2010 – 14.05.2010, Hirmer 2010.

Roger Diederen, Andreas Beitin (Hrsg.), Lust der Täuschung. Von antiker Kunst bis zur Virtual Reality, Katalog zur Ausstellung in der Kunsthalle München 17.08.2018- 13.01.2019, Hirmer, München 2018.

Ursula und Martin Benad, Illusionsmalerei heute. Für Maler, Innenarchitekten und Bauherren, Deutsche Verlags-Anstalt, München 2002. 

Linktipp:

Webauftritt von Martin und Ursula Benad mit vielen Informationen rund um Illusionsmalerei:

EXTERNER LINK | www.wandmalerei.de 

Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de.

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Das vollständige Manuskript gibt es HIER.

Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Manuskript:

Musik:  Ancient flute journey 0‘56

ERZÄHLERIN

Die Geschichte der Illusionsmalerei beginnt mit einem Wettstreit: Der griechische Maler Zeuxis hatte ein Bild gemalt, auf dem ein paar Weintrauben so täuschend echt dargestellt waren, dass sofort ein paar Vögel herbeiflogen, um an ihnen zu picken. Siegessicher bat er daraufhin seinen Konkurrenten Parrhasios, den Vorhang vor dessen Bild beiseite zu schieben, damit man es betrachten könne. Damit hatte Parrhasios gewonnen: Er hatte nicht nur Tiere, sondern den Star-Maler Zeuxis getäuscht: Der Vorhang vor dem Bild war gemalt. 

ERZÄHLER

Anekdoten wie diese gibt es durch die Jahrhunderte hinweg viele. Apelles soll einmal ein Pferd so gut gemalt haben, das andere Pferde es anwieherten. Über Giotto heißt es, er habe noch als Lehrling einer Figur in einem Fresko einmal eine Fliege auf die Nase gemalt. Sein Lehrer soll versucht haben, sie zu verscheuchen. Ob sich diese Geschichten wirklich so zugetragen haben, ist unwichtig. Interessant sind sie, weil sie vom Kunstwollen jener Tage berichten: Das Ziel der antiken Künstler war es, die Natur nachzuahmen, so gut und echt wie möglich. Mimesis nennt sich das Prinzip, ähnlich der Mimikry in der Natur, wenn beispielsweise das Muster auf den Flügeln eines Schmetterlings aussieht, wie ein Affengesicht und Fressfeinde verschrecken soll.  

ERZÄHLERIN

Von den Zeitgenossen wurde das Prinzip der Naturnachahmung in der Kunst unterschiedlich bewertet. Platon zum Beispiel hatte für die Malerei nicht viel übrig. Und auch für den Renaissance-Bildhauer Benvenuto Cellini war Malerei einfach nur Betrug!

1 OT Martin Benad

Da muss ich natürlich widersprechen. 

ERZÄHLERIN

Sagt Martin Benad, Illusionsmaler.

2 OT

Der Mensch betrügt sich selbst, wenn er das Bild sieht

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