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Provokation in der Kunst - Vom Sinn des Tabubruchs
Description
Haben Sie sich schon einmal von einem Kunstwerk provoziert gefühlt? Sich geekelt oder geschämt? Das war vermutlich Absicht. Provokationen sind in der Kunst der modernen und zeitgenössischen Kunst keine Seltenheit. Sie sind ein legitimes künstlerisches Mittel und erfüllen einen wichtigen Zweck. Von Julie Metzdorf
Credits
Autorin dieser Folge: Julie Metzdorf
Regie: Irene Schuck
Es sprachen: Stefan Wilkening, Berenike Beschle, Diana Gaul
Technik: Christiane Gerheuser-Kamp
Redaktion: Susanne Poelchau
Im Interview:
Bernhard Maaz, Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen
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Das vollständige Manuskript gibt es HIER.
Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Manuskript:
ERZÄHLER
Ein ans Kreuz genagelter Frosch mit Bierkrug in der Hand. Ein Künstler, der seine eigene Haut versteigern lässt - Lieferung nach Ableben. Oder eine mit Klebestreifen an der Wand befestigte Banane – für 6,2 Millionen Dollar.
Musik 2
"Grey" - Künstler und Komponisten: Loscil & Lawrence English - Album: Colours of Air - Länge: 0'39
ERZÄHLERIN
Die Kunstwelt ist voll von Provokationen: explizite Darstellungen von Gewalt oder Sexualität, von toten Tieren und verwesendem Essen, Angst, Ekel, und aggressiver Intimität, von Toiletten, Exkrementen und Blut, von Menschen, die sich selbst verletzen oder verletzen lassen, die öffentlich urinieren, defäkieren oder masturbieren, von christlichen Symbolen in Säure oder Urin. Kurz gesagt: von Zumutungen aller Art, die je nach individueller Verfasstheit des Publikums Unverständnis, Langeweile, Ekel oder Wut hervorrufen.
Musik 2
"Machaut: Kyrie 1" - Komponist: Machaut, Guillaume de (c1300-1377) Ausführende: Album: Early Music (Lachrymæ Antiquæ)Länge: 0'41
ERZÄHLER
Thematisch sind der Provokation keine Grenzen gesetzt. Jede Gesellschaft und jede Zeit hat ihre eigenen Normen und Werte, deshalb gibt es immer irgendein Tabu, das man brechen kann.
Beispiel Albrecht Dürer: sein berühmtes Selbstporträt in der Alten Pinakothek in München zeigt ihn frontal von vorn, mit lockigem Haar und im pelzbesetzen Mantel. Für die Betrachter heute ein ganz normales Porträt:
1 OT Maaz – Dürer
Wenn Albrecht Dürer sich … malt wie den Salvator Mundi, den Erretter der Welt, wie Christus, dann ist es ein Bild, was damals sicher verstörend war, weil das ein Anspruch des Menschen auf die göttliche Rolle war. Wenn wir das heute anschauen, sagen wir, so what? Die Bezugsgrößen haben sich völlig verändert.
ERZÄHLERIN
Sagt der Kunsthistoriker Bernhard Maaz, Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. [bitte so sprechen, dass man nach dem Namen schneiden könnte – für den Fall einer Wiederho