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Autonomie für Korsika? Lieder für die Freiheit
Description
Korsika: Traumschöne Insel im Mittelmeer, bewohnt von widerborstigen Korsen, die seit Jahrhunderten um ihre Freiheit kämpfen. "Korsika ist nicht Frankreich", "Freiheit für Korsika": Solche Graffiti finden sich überall auf der Insel. Welche Rolle spielen dabei die eigene korsische Identität und Sprache? Von Vanja Budde (BR 2023)
Credits
Autorin dieser Folge: Vanja Budde
Regie: Ron Schickler
Es sprachen: Laura Maire, Florian Schwarz, Ron Schickler
Technik: Regine Elbers
Redaktion: Thomas Morawetz
Im Interview:
Ghjuvanfrancescu Mattei, Musiker;
Alain Di Meglio, Vize-Direktor Universität Corté;
Matthias Waechter, Historiker, Leiter des Institut Européen des Hautes Etudes Internationales, Nizza
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Literaturtipps:
Matthias Wächter, Geschichte Frankreichs im 20. Jahrhundert. Verlag C.H. Beck, München 2019.
Matthias Wächter, Geschichte Frankreichs. Verlag C.H. Beck, München 2023.
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Das vollständige Manuskript gibt es HIER.
Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Manuskript:
Atmo 1 , Konzert, L’Alba, polyphoner Gesang auf Korsisch, a capella, steht 0’38 frei, bis sie das erste Mal Luft holen, dann leise weiter unter
Sprecherin
Algajola, ein kleiner Ort an der zerklüfteten Westküste Korsikas. In der Dorf-Kirche verbinden drei Männer ihre Stimmen zum Paghjella-Gesang: Sie sind die Wurzeln der korsischen Musik, diese klagend-dramatischen mehrstimmigen Melodien. Wenn man sie hört, sieht man Korsikas schroffe Berge vor sich, die mehr als 50 Gipfel über 2.000 Meter Höhe, die eiskalten, klaren Flüsse, die zu Tal stürzen, die stachelige Macchia, die das harte Leben der Schäfer im Inneren der Ile de Beauté Jahrhunderte lang bestimme: der heute bei Touristen beliebten „Insel der Schönheit“.
Atmo Gesang, kommt kurz hoch, dann weiter unter
Denn Korsika ist schön, aber auch wild. Ein „Gebirge im Meer“, umkämpft seit Jahrtausenden, stets beherrscht von fremden Mächten, gegen die sich die Korsen immer gewehrt haben. All das klingt mit in diesem traditionellen, polyphonen Gesang. Die UNESCO hat ihn darum 2009 zum immateriellen Erbe der Menschheit erklärt.
Atmo 1 Gesang, kommt kurz hoch, endet Applaus, steht kurz frei, dann Kreuzblende zu Leadsänger Ghjuvanfrancescu Mattei begrüßt das Publikum, kurz auf Korsisch, dann auf Französisch, steht kurz frei, dann leise weiter unter
Sprecherin
Einer der drei Sänger ist Ghjuvanfrancescu Mattei. Seine Gruppe L’Alba lade sie dazu ein, mit in die korsische Seele einzutauchen, erklärt er den Touristen, die an diesem Abend zu annähernd 100 Prozent das Publikum stellen. Darum sängen sie ausschließlich in ihrer eigenen Sprache: Korsisch. Das klingt überhaupt nicht wie Französisch, sondern hat eher Ähnlichkeiten mit Italienisch. Weshalb es auch im Norden der Nachbarinsel Sardinien von vielen verstanden wird.
Atmo 2, Lied (Gesang beginnt bei 0’56, davor die Instrumente, Harmonium, Gitarren, Violine,