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Hebammen - Hilfe ins Leben

Hebammen - Hilfe ins Leben

Published 8 months, 1 week ago
Description

Eine Geburt ist immer auch ein soziales Ereignis, das Menschen prägt und ihr Leben verändert. Der Beruf der Hebamme war immer mit einer besonderen Aura umgeben. Von Brigitte Kohn (BR 2024)

Credits
Autorin dieser Folge: Brigitte Kohn
Regie: Frank Halbach
Es sprachen: Irina Wanka, Christian Baumann, Jenny Güzel
Redaktion: Nicole Ruchlak

Im Interview:
Prof. Dr. Barbara Fillenberg, Hebamme und Lehrstuhlinhaberin für Hebammenwissenschaft an der Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Hebammenwissenschaft e.V.
PD Dr. habil. med. Nadine Metzger, PhD, Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Lehrstuhl für Geschichte der Medizin an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen

Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de.

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Das vollständige Manuskript gibt es HIER.

Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Manuskript:

1 O-TON PROF. FILLENBERG 00.49

Ich muss zugeben, dass ich immer noch Tränen in den Augen hab, wenn das Baby geboren ist. Ich glaub, das hängt auch damit zusammen, dass ich unglaublich stolz bin auf die Frau, die diese Leistung absolviert hat in dem Moment. Und das ist so eindrücklich, dass mich das nie loslässt. 

ERZÄHLERIN:

Die Hebamme Barbara Fillenberg, Professorin und Lehrstuhlinhaberin für Hebammenwissenschaft an der Johannes-Gutenberg Universität in Mainz, hat vielen Kindern auf die Welt geholfen und viele Paare auf den Weg ins Elternsein begleitet. Sie weiß, dass das Erleben und Gestalten von Geburten sehr stark von historischen und sozialen Rahmenbedingungen abhängt und sich im Lauf der Zeit verändert.

MUSIK ENDE

2 O-TON BARBARA FILLENBERG 8.50

Ich stelle schon fest, dass das Thema Geburt nicht mehr so präsent ist in den Köpfen der werdenden Eltern. Dass das eigene Baby das erste Baby ist, das die Eltern auf dem Arm tragen, und dass sie sich im Vorfeld wenig Gedanken machen, was das eigentlich bedeutet, ein Kind zu kriegen. Oder sie haben sich so viel Gedanken gemacht, dass sie viele Filme anschauen und viel Informationsmaterial einholen und dann eher in die Risikodenkweise kommen. Und das ist für uns als Hebammen nicht ganz befriedigend, weil wir ja einen ganz anderen Ansatzpunkt haben, und wir hätten schon gerne, dass die Kinder lernen, dass eine Geburt was ganz Normales ist, was dazugehört zum menschlichen Leben und dass das auch ein normaler Vorgang ist im Leben einer Frau, der bei den Frauen meistens ganz gutgeht.“

ERZÄHLERIN:

Dass das Kinderkriegen meistens ganz gut geht, darauf konnte man nicht immer so zuversichtlich hoffen. Im 18. Jahrhundert nehmen etwa 20 Prozent der Geburten einen tragischen Verlauf. Auch Johann Wolfgang Goethe wäre bei seiner Geburt fast gestorben. Seine Mutter Catharina Elisabeth erzählt Jahrzehnte später ihrer Freundin, der Dichterin Bettine von Arnim, von den Strapazen ihrer Niederkunft, und Bettine gibt das Gehörte brieflich an Goethe weiter:

MUSIK   „Clock Winder”; ZEIT: 00:53

ZITATORIN:

"Drei Tage bedachtest Du Dich, eh Du ans Weltlicht kamst, und machtest der Mutter schwere Stunden; aus Zorn, dass Dich die Not aus dem eingeborenen Wohnort trieb, und durch die Misshandlung der Amme kamst Du ganz schwarz und ohne Lebenszeichen."

ERZÄHLERIN:

Protestantische Gesangsbücher jener Zeit enthalten Lieder, die S

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