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Julius Robert Oppenheimer - Der „Vater“ der Atombombe

Julius Robert Oppenheimer - Der „Vater“ der Atombombe

Published 8 months ago
Description

Robert Oppenheimer hat mit der Atombombe eine Massenvernichtungswaffe entwickelt, die die gesamte Menschheit bedroht. In seiner Person verdichtet sich die Frage nach den Grenzen der technischen Machbarkeit und der Verantwortung des Wissenschaftlers. Von Brigitte Kohn

Credits
Autorin dieser Folge: Brigitte Kohn
Regie: Sabine Kienhöfer
Es sprachen: Katja Amberger, Thomas Birnstiel, Peter Weiß, Christian Baumann
Technik: Susanne Herzig
Redaktion: Andrea Bräu

Im Interview:
Dr. Alexander Blum, Physikhistoriker, Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte Berlin 

Literaturtipps:

Kai Bird und Martin J. Sherwin: J. Robert Oppenheimer. Die Biographie. Ullstein Verlag Berlin 8. Auflage 2023.

Heinar Kipphardt: In der Sache J. Robert Oppenheimer, suhrkamp Verlag Frankfurt, 1. Auflage 2005.

James A. Hijiya: The Gita of J. Robert Oppenheimer. Proceedings oft he American Philosophical Society, Band 144, No.2, June 2000.

Robert Oppenheimer: Ausblicke auf Kunst und Wissenschaft, Physikalische Blätter 11. Jahrgang Heft 10, 1955.

Wir freuen uns über Feedback und Anregungen zur Sendung per Mail an radiowissen@br.de.

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Das vollständige Manuskript gibt es HIER.

Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Manuskript:

Musik:  Coming closer 0‘34

ERZÄHLERIN:

Aus dem Protokoll der Anhörung des Physikers Julius Robert Oppenheimer durch die US-amerikanischen Atomenergiekommission im Jahr 1954:  

FRAGESTELLER – Zitator 1

Mr. Oppenheimer. Sie hatten schreckliche moralische Skrupel?

OPPENHEIMER – Zitator 2

Ich kenne niemanden, der nach dem Abwurf der Atombombe nicht schreckliche moralische Skrupel gehabt hätte.

FRAGESTELLER: Zitator 1

Ist da nicht ein bisschen schizophren?

OPPENHEIMER: Zitator 2

Was? Moralische Skrupel zu haben?

Musik:  Legende für Klavier zu 4 Händen  0‘38

ERZÄHLERIN

50 Jahre zuvor. Robert Oppenheimer wird am 22. April 1904 in New York geboren. 

Beide Eltern, ein Textilingenieur und eine Malerin, sind Juden und haben deutsche Wurzeln. Der Vater ist mit 17 Jahren nach New York gekommen und hat es hier zu Reichtum gebracht. Robert ist der ältere von zwei Söhnen, ein sensibles und ungeheuer aufgewecktes Kind mit dichten schwarzen Locken und ausdrucksvollen wasserhellen Augen. Beide Eltern vergöttern ihn und fördern ihn nach Kräften. Ihre Ansprüche an Roberts Leistungsbereitschaft und auch an die innerfamiliäre Harmonie sind hoch, und das erzeugt manchmal Druck.

ERZÄHLER:

Er sei ein gehorsamer und grässlich guter Junge gewesen, sagt Oppenheimer später von sich selbst. Was ihm gefehlt habe, sei die gesunde Möglichkeit gewesen, sich auch mal danebenzubenehmen. 

ERZÄHLERIN:

Die Eltern sind fortschrittlich eingestellt und nicht religiös. Sie schicken ihren Sohn auf die Schule der Society for Ethical Culture, Gesellschaft für ethische Kultur, die sich einem weltlichen jüdischen Humanismus verpflichtet fühlt, sagt Alexander Blum, Physikhistoriker am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin.

01 O-TON DR. BLUM

Seine Eltern wollten sich assimilieren in der amerikanischen Haute Volee. Die religiösen Traditionen waren nicht wichtig, aber gewisse kulturelle Elemente des Judentums kann man durchaus wiedererkennen. Es ist ein sehr optimistisches Weltbild, ein Weltb

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