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Lasst uns Chilis anbauen
Episode 96
Published 11 months ago
Description
Auf zu mehr Schärfe im Leben
Lasst uns Chilis anbauen!
Mehr Infos zum naturgemäßen Gärtnern gibt es unter www.neudorff.de
Und eine direkte Nachricht könnt Ihr gern senden an s.klingelhoefer@neudorff.de
Woher kommt eigentlich der Hype um Chilis?
Grund 1: soziale Medien
- "Chili-Challenges" auf TikTok und YouTube bei denen Teilnehmer extrem scharfe Chilis essen (nicht nachmachen, kann Notarzteinsatz nach sich ziehen!)
Grund 2: Trendgewürz und Trendprodukte
- Unverzichtbare Zutat z.B. in der mexikanischen, indischen und thailändischen Küche und sogar in Desserts (Chili-Schoko-Kombinationen)
- Chili Crips Würzsoße, Chili-Chips wie „Takis“ ebenfalls ein großes Ding in Sozialen Medien und darüber hinaus
Grund 3: Gesundheitliche Aspekte
- Chilis wird nachgesagt, dass sie den Stoffwechsel ankurbeln, entzündungshemmend wirken, krampflösend sein können.
Woher kommen überhaupt Chilis?
- aus Mittel- und Südamerika
- wurden dort schon vor über 6.000 Jahren, manche Quellen sagen sogar schon vor über 8.000 Jahren kultiviert. Kein Social Media-Phänomen ;-)
- Christoph Kolumbus brachte die ersten Chilis nach Europa. Damals nannte man sie noch „Pfeffer“, weil man Schärfe nur von Pfefferkörnern kannte.
Was ist scharf an Chilis?
Hab ich mich auch gefragt. Antwort bei der New Mexican State University. Die sagt:
- Schärfe wird durch Capsaicin verursacht, im Fruchtfleisch befindet, nicht in den Kernen.
- Höchste Konzentration von Capsaicin im weißen Teil der Chili, an dem die Samen hängen.
- Samen (Kerne) selbst produzieren kein Capsaicin, können aber den Stoff vom umgebenden Gewebe aufnehmen.
- Der Ruf, dass die Kerne besonders scharf seien, ist falsch. Sie gelten nur als scharf, weil sie in direktem Kontakt mit dem capsaicinreichen Plazenta-Gewebe stehen.
- Bei der Messung der Schärfe (z.B. in Scoville-Einheiten) wird in der Regel das Capsaicin im Fruchtfleisch berücksichtigt, nicht der Gehalt in den Kernen.
Wie misst man denn den Schärfegrad von Chilis?
Scoville-Skala (SHU)
- misst, wie viel Capsaicin (ein Stoff, der für die Schärfe verantwortlich ist) enthalten ist
- reicht von 0 (z.B. Gemüsepaprika) bis über 2 Mio Scoville-Einheiten (z.B. Chili-Sorte Carolina Reaper).
- Ursprünglich durch den Apotheker Wilbur Scoville entwickelt. Er verdünnte Chilipulver, bis die Schärfe nicht mehr spürbar war. Verdünnungsfaktor = Scoville-Wert
- Vereinfachte Skalen fassen Werte z.B. von 0 (nicht scharf) bis 10 (maximal scharf) zusammen
Wie nehmen wir Schärfe wahr?
- Schärfe ist kein Geschmack, sondern ein Reiz.
- Capsaicin und andere scharfe Substanzen aktivieren die Schmerz-Wärme-Kälte-Rezeptoren in der Mundschleimhaut
- Alarm ans Gehirn, Körper reagiert mit Schwitzen und stärkerer Durchblutung.
- Daher das Gefühl von „Brennen“, obwohl physisch nichts zerstört wird.
- Menschen reagieren unterschiedlich auf Schärfe – das liegt an der Anzahl der Schmerzrezeptoren im Mund.
- Mit regelmäßigem Chili-Konsum gewöhnt sich der Körper an die Schärfe und man kann mehr vertragen.
Warum ist Schärfe gesund – oder auch nicht?
- Manche Studien legen den Schluss nahe, dass scharfes Essen positive Effekte auf das Herz-Kreislauf-System und die Verdauung haben kann.
- Gut belegt ist, dass die scharfen Stoffe in Chilis den Speichelfluss und die Durchblutung der Magenschleimhaut anregen.
- Die Ausschüttung von Endorphinen (=körpereigene „Notfall-Schmerzmittel“) nac