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Eigenes Saatgut ernten
Episode 83
Published 1 year, 4 months ago
Description
Einfach Samen selbst ernten
Eigenes Saatgut ernten und lagern
Mehr Infos zum naturgemäßen Gärtnern gibt es unter www.neudorff.de
Und eine direkte Nachricht könnt Ihr gern senden an s.klingelhoefer@neudorff.de
Erntest du eigentlich eigene Samen?
- Ja klar, das spart jede Menge Geld.
- Ich kann meine Lieblingssorten behalten.
- Meistens ernte ich so viel Saatgut, dass ich auch noch etwas an Freunde verschenken kann.
Welche Pflanzen eignen sich gut?
- Eigenes Saatgut ernten funktioniert nur bei Pflanzen, die befruchtungsfähige Blüten bilden; über die freuen sich auch die Insekten.
- Am besten geeignet sind samenfeste Sorten. Aus deren Samen entstehen Pflanzen, die der Elternpflanze sehr ähnlich sind.
- Für gute Qualität Saatgut nur von den kräftigsten und gesündesten Pflanzen nehmen, so wie Gärtner es seit Jahrhunderten bei der Auslese-Züchtung machen.
- Gut geeignet sind Selbstbestäuber. Sie bleiben sortenfest (Bohnen, Erbsen, Salat, Mangold,…)
Welche Pflanzen eignen sich nicht?
- Gefüllte oder sterile Blüten können kein Saatgut bilden – aber das ist eher ein Fall für den Blumengarten.
- Schwierig ist es bei Pflanzen, die vor der Blüte geerntet werden.
- Bei z.B. Salat, Karotten, Kohlrabi, Radieschen, Zwiebeln muss man etwas Ernte opfern, z.T. lange warten und die Pflanzen blühen lassen, um an Samen zu kommen.
- Eigenes Saatgut ernten ist nicht anzuraten bei Kürbis, Zucchini, Melone und Gurke.
Warum rätst du davon bei Kürbis, Zucchini und Co ab?
- Da entstehen total schnell Mischlinge ungewisser Qualität, wenn die verschiedenen Gemüsearten nah beieinanderstehen.
- Die Verkreuzungen können in der nächsten Generation Bitterstoffe bilden, die nicht nur furchtbar schmecken, sondern auch ungesund sind.
Warum ist es da so leicht, dass Mischlinge entstehen?
- Das sind alles Gemüsearten, die Hilfe von außen (Insekten/Wind) brauchen, damit der Pollen auf die Narbe kommt.
- Bei dieser Fremdbestäubung kann es leicht zu einer Mischung mit fremdem Erbgut kommen.
- Das kann in der nächsten Generation die Eigenschaften verändern.
- Saatgut gewinnen ist auch schwierig bei Hybrid-Sorten.
Was sind Hybrid-Sorten und was bedeutet das überhaupt?
- Hybrid-Sorten entstehen durch die gezielte Kreuzung zweier Elternpflanzen aus Inzuchtlinien
- mit dem Ziel, eine Pflanze mit den besten Eigenschaften beider Eltern zu erzeugen.
- Die Kreuzung bringt oft Resistenzen gegen Krankheiten, hohe Ertrag und Gleichförmigkeit mit.
Hat das etwas mit Gentechnik zu tun?
- Nein, das hat nichts mit Gentechnik zu tun, sondern ist normales Züchtergeschäft.
- Die „F1“ (1. Filialgeneration) ist besonders kräftig und produktiv.
- F1-Hybride können i.d.R. Samen bilden, aber sind nicht samenfest.
- Das bedeutet: Samen von F1-Pflanzen wird die nächste Generation mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht die gleichen Eigenschaften wie die F1 besitzen.
Wie erkenne ich, dass Saatgut reif ist?
- Blüten sind verblüht.
- Samenstände verfärben sich von grün nach braun oder gelb (Bsp. Bohnen)
- Samen werden hart und fest (Bsp. Erbsen)
- Bei manchen Pflanzen (Bsp. Radieschen) kann man die Samen i