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[Martin] Maja Göpel: Lebendig Transformation gestalten

[Martin] Maja Göpel: Lebendig Transformation gestalten

Episode 86 Published 4 years, 10 months ago
Description
52 Minuten Inspiration 💡😃

Prof. Dr. Maja Göpel prägende Frage, warum wir als Gesellschaft nicht die Welt schaffen, die wir uns als Individuen wünschen, begann mit 14 Jahren. Sie lernte, dass Politik kein staatliches Gegenüber, Märkte nicht neutral und Demokratie mehr als Stimmabgabe sind.

Nachhaltige Zukünfte entstehen durch gemeinschaftliche Lernprozesse, verbindliche Regeln und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Diese mit Ehrfurcht für Leben, Klarheit in Gedanken und Fokus auf Selbstwirksamkeit anzugehen ist Ziel ihrer Arbeit in Theorie und Praxis.

Gerade in Transformationszeiten wie heute helfen der Blick für das Wesentliche und mutige Menschlichkeit. Beides haben wir alle in uns.

Ihre berufliche Laufbahn ist davon geprägt, Theorie und Praxis zu verbinden. Parallel zum Diplom als Medienwirtin und der Promotion in Politischer Ökonomie hat sie mit NGOs zu den Themen Welthandel, Klimawandel und Nachhaltige Entwicklung gearbeitet. Dabei ging es immer darum, Umweltthemen mit den Themen sozialer Gerechtigkeit und Teilhabe an gesellschaftlicher Entwicklung zu verbinden. Sie hat viele zivilgesellschaftliche Bewegungen aus aller Welt sowie die Korridore der Macht in internationalen Institutionen kennengelernt.

Sie selbst sagt:

„Mir ist klar geworden, wie wichtig legitimierende Geschichten für gesellschaftliche Gestaltung sind und warum wissenschaftliche Konzepte immer in dem Kontext betrachtet werden sollten, in dem sie entstanden sind. Was an einem Ort oder zu einer Zeit gut und sinnvoll erschien, kann an anderen Orten und zu veränderten Rahmenbedingungen wenig sinnvoll sein.

Ich wünsche mir also mehr Transparenz über die Wertentscheidungen und Grundannahmen hinter wissenschaftlichen Modellen, insbesondere bei ökonomischen Kosten-Nutzen-Kalkulationen. Damit dürfte das Vertrauen in die Evidenz hinter politischen Entscheidungen steigen und Diskussionen würden vom Geld auf die Ethik zurückgeführt.

Diese humanistische Vision lernender Gesellschaften war immer Motivation für meine akademische Laufbahn. Sie hat mich auch immer wieder in die politische Beratung oder Interessenvertretung geführt. 6 Jahre lang habe ich federführend am Aufbau des World Future Council in Hamburg und Brüssel mitgewirkt und bin dort jetzt selbst Councillerin. Es ist ein Netzwerk beeindruckender Persönlichkeiten aus allen Teilen der Erde, das sich für die Rechte zukünftiger Generationen stark macht und dafür wegweisende Politikvorschläge identifiziert und verbreitet. Neben Kampagnen auf Ebene der EU und der Vereinten Nationen ist zum Beispiel ein Future Policy Award entstanden, der jedes Jahr erfolgreiche Gesetze zum Schutz unserer gemeinsamen Zukunft prämiert.

Mit der Mutterrolle war diese global vernetzte Arbeit nicht sehr gut vereinbar, so dass ich diese Erfahrungen als Leiterin des Berlin Büro des Wuppertal Instituts in die Transformationsforschung eingebracht habe. Gerade systemische Veränderungsansätze und Innovationskonzepte boten hier sehr gute theoretische Flankierungen, wie das Buch The Great Mindshift (2016) zusammenfasst. Unter dem Begriff der Transformative Literacy sind didaktische Ansätze entstanden und auch im Rahmen meiner Honorarprofessur an der Leuphana Universität stehen Transdisziplinarität und Ethik sowie Bildung für das 21. Jahrhundert im Fokus der Zusammenarbeit.

Drei Jahre war ich als Generalsekretärin des Wissenschaftlichen Beirats Globale Umweltveränderungen (WBGU) an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft tätig und seit November 2020 wissenschaftliche Direktorin am THE NEW INSTITUTE. Dort wie auch im 2019 gegründeten Netzwerk Scientists4Future steht die Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Gesellschaft im Mittelpunkt. Mein Buch Unsere Welt Neu Denken (2020) ist deshalb als Sachbuch geschrieben und setzt viele im politischen Diskurs als unversöhnlich dargestellte Handlungsoptionen so in Beziehung, dass mögliche Wege nach vorne sich

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