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#17 - Phasen der Mediation II - Die Klärungsphase einer Mediation
Description
Im Folgenden geht es um die zweite Phase, die Klärungsphase, nachdem ich in Episode 14 die Kontraktphase genauer dargelegt habe und in einer der nächsten Episoden die Kreativitätsphase thematisiert werden wird.
Worum geht es in der Klärungsphase und welche Fragen müssen in dieser Phase beantwortet werden - und wie kann der Mediator dabei helfen. Darum wird es nun hier in der Episode 17 gehen.
Klärungsphase
Die Klärungsphase lässt sich - ebenso wie die anderen Phasen - in zwei Schritten absolvieren:
1. SCHRITT Im ersten Schritt setzen sich die Konfliktparteien gegenseitig in Bild: Welche Probleme stellen sich der Partei A mit der Partei B? Wie kam es aus der Perspektive A dazu? Was muss Konfliktpartei A hier in der Mediation ansprechen, besprechen und klären? Und welche Rolle kommt dabei der Konfliktpartei B zu? Die Leitfrage ist: Was ist aus Sicht von A geschehen und muss geklärt, ausgeglichen, abgeändert werden, was nicht ohne B möglich erscheint? Und dieselben Fragestellungen gelten im Nachgang auch für B - wobei beide jeweils vor allem Zeit und Raum haben, ihre Sicht und Geschichte darzulegen und Nachfragen eher sparsam erfolgen, v.a. aber keinesfalls bedrängend-verfolgerisch gestellt werden sollten. Kurz: Beide Seiten stellen ihre eigene Sicht- und Erlebensweise umfänglich dar; setzen den anderen in ihr eigenes Bild - und dieser andere hat in diesen Momenten nur die Aufgabe, dem genau zuzuhören und verstehen zu wollen, wie A seine Situation erlebt hat, erinnert und beschreibt. Denn das ist dessen Grundlage für das Konflikterleben. Und dies wird dann spiegelbildlich für B ermöglicht, wobei A zuhören, verstehen und
2. SCHRITT Im zweiten Schritt geht es darum, die Konfliktbeziehung zu erhellen. Diese Konfliktbeziehung besteht v.a. aus diesen beiden unterschiedlichen, personenbezogenen Perspektiven. Jede Konfliktpartei definiert die Situation (=Konflikt) auf seine Weise problematisch und hat auch gleich Lösungsansätze parat, die zumeist eskalierend kommuniziert werden. Zur Eskalation führen diese Lösungsansätze, weil sie einseitig, unabgestimmt, aber den anderen beanspruchend daherkommen.
Diese ungefragten, nicht abgestimmten Lösungsansätze sind die Kristallisationspunkte der Eskalation.
Diese Lösungsansätze müssen abgewehrt werden, was als Eskalation beobachtbar wird. Deshalb erleben Konfliktparteien sich im Konflikt als Reagierende, kaum je als Agierende: Konfliktparteien wehren sich gegen die Deutungen und Beanspruchungen der anderen Konfliktparteien. Deshalb erscheinen Konfliktgegner immer auch als Verweigerer (im Hinblick auf die eigenen Lösungsansätze!) und als Eskalateure (im Hinblick auf deren eigene Lösungsvorstellungen). Deshalb stellt der zweite Schritt in der Klärungsphase infolge der Entschleunigung und Selbstreflexion vor allem eine Erhellungsphase dar. Nicht nur hinsichtlich der Motive und unbekannten Aktionen der anderen, sondern bestenfalls auch, wenn die eigenen Wirkungen erkannt werden. Dennoch muss hier betont werden, dass Konflikte keineswegs immer bloße Missverständnisse sind und Mediationen erfolgreich wären, wenn die Missverständnisse aufgeklärt und sich dann alle einig und vereinigt wären. Das ist mitnichten der Fall.
Klärend wirken generell zwei Aspekte: Die kommunizierten und kaum abgesprochenen Lösungsansätze der Konfliktparteien - also z.B. das „Sei ruhig! Und hör’ auf damit!“ oder das „Mach’ das endlich, Du bist dazu verpflichtet!“, das eine Lösungsidee der Partei ist, die eben nicht auf Zustimmung stößt, sondern entschiedenen Widerspruch erntet. Im Konflikt wird der Widerstand nicht nur innerlich erlebt, sondern sozial und damit kommunikativ belebt. Das Nein wird laut und ak