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Sternengeschichten Folge 420: Dreiecke am Himmel
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Sternengeschichten Folge 420: Dreiecke am Himmel
Um all die vielen Sterne am Himmel zu Figuren und Sternbildern zu ordnen, muss man ein wenig kreativ sein. Man braucht Fantasie, um in ein paar hellen Punkten etwa Orion, den Himmelsjäger zu erkennen oder Draco, den Drachen der sich um den Polarstern am nördlichen Himmel windet. Aber selbst wer mit geringer Vorstellungskraft ausgestattet ist wird keine Problem mit Triangulum haben. Der lateinische Name dieses Sternbilds bedeutet so viel wie "Dreieck" und die drei hellsten Sterne bilden genau so eines.
Was keine große Kunst ist. Rein geometrisch kann man zwischen drei Punkten IMMER ein Dreieck zeichnen, sofern sie nicht alle auf einer Linie liegen. Wer wirklich fantasielos ist könnte den ganzen Himmel mit Dreiecken zupflastern. Was wir Menschen zum Glück nicht getan haben, wir haben bei zwei Dreiecken aufgehört.
Aber fangen wir zuerst mit dem ersten an, dem eben erwähnten Sternbild Triangulum. Es befindet sich am nördlichen Teil des Himmels und man kann es vom Herbst bis in den Frühling am Abend sehen. Es liegt ein Stück südlich des Sternbilds Andromeda und man muss sich ein wenig anstrengen wenn man es finden will. Die drei hellsten Sterne die das besagte Dreieck bilden sind zwar mit freiem Auge sichtbar, sind aber nicht sonderlich hell. Sie sind auch nicht sonderlich dunkel, sie sind ziemlicher Durchschnitt.
Unter all den mythologischen Gestalten die den nördlichen Himmel bevölkern scheint das schnöde Dreieck fehl am Platz zu sein. Es gehört aber zu den Klassikern; gehört also zu den 48 der heute 88 offiziellen Sternbilder, die schon in der Antike verwendet worden sind. Im dritten Jahrhundert vor Christus beschrieb der griechische Gelehrte Eratosthenes das Sternbild als Buchstaben. Er sah kein Dreieck, sondern den griechischen Großbuchstaben Delta - der aber exakt wie ein Dreieck aussieht. Und das große D erschien im deswegen bedeutsam, weil damit auf griechisch der Name des Obergottes Zeus beginnt. Zumindest in den meisten Fällen, aber es soll hier ja jetzt nicht um altgriechische Grammatik gehen. Andere sahen im Dreieck ebenfalls ein Delta, aber nicht den Buchstaben sondern das, was ein großer Fluss macht, wenn er ins Meer mündet. Dann fließt er langsam und breitet sich aus. Es entsteht eine Form die aussieht wie - richtig geraten - ein Dreieck und das Flussdelta das in der Antike von enormer Bedeutung war, war natürlich das Delta des Nils an der ägyptischen Küste des Mittelmeers. Die Römer haben in dem Ding die Form der Insel Sizilien gesehen die, ein weiteres Mal wenig überraschend, ein bisschen wie ein Dreieck aussieht. Ceres, die Schutzgöttin der Insel soll Jupiter gebeten haben, die Insel auch am Himmel zu verewigen.
Noch viel früher taucht das Triangulum vermutlich in den assyrischen MUL.APIN-Tafeln auf. Diese Tontafeln enthalten Keilschriftaufzeichnungen die bis ins dritte Jahrtausend vor Christus zurückreichen und beschreiben unter anderem auffällige Himmelsobjekte - "MUL" genannt. Und das erste Sternbild in der entsprechende Liste dort heißt "APIN", wird als "MUL.APIN" gelistet (daher auch der Name der Sammlung) und beschreibt eine Anordnung von Sternen die wie ein Pflug aussieht. Ein Pflug, der natürlich ebenfalls eine dreieckige Form hat weswegen man davon ausgeht, dass auch hier wieder das heutige Sternbild des Dreiecks gemeint ist.
Nachdem wir uns jetzt versichter haben, dass die Menschen auch schon vor Jahrtausenden jede Menge Dinge gekannt haben, die wie Dreiecke aussehen und diese geometrische Form daher auch am Himmel verewigt haben, sollten wir einen etwas astronomischeren Blick auf diese Region des Himmels werfen. Denn die modernen Sternbilder sind ja keine aus Linien und Sternen gebildeten Figuren. Sondern einfach nur klar abgegrenzte Bereiche am Himmel in denen diese Figuren zu finden sind. Was die Sterne angeht ist das Drei