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#12 EdM - Es gibt keine Konflikte, es gibt nur einseitige, untaugliche Lösungsversuche

#12 EdM - Es gibt keine Konflikte, es gibt nur einseitige, untaugliche Lösungsversuche

Episode 12 Published 3 years, 9 months ago
Description
Als würden Konflikte zwischen den Konfliktparteien stehen und durch diese ergründet und bearbeitet werden können

Einleitung: Konfliktausschnitte und -themen

  • Hau ab! lass mich in Frieden!
  • Mir reicht’s! ich gehe, das höre ich mich nicht länger mit an!
  • Das war’s, Du kannst doch nicht einfach den Kunden anrufen, ich verlange dass du mich vorher informierst.
  • Ich hab mit dir keinen Konflikt, Du hast ein Problem, aber es ist dein Problem!
  • Du musst mehr mit mir reden!
  • Lass mich in Ruhe, ich muss überhaupt nicht mit dir reden!

Spannungsfeld: Konflikt und Konfliktmanagement

Was sie hier hören, klingt jeweils nach einem Konflikt, tatsächlich aber, von einer anderen Perspektive aus betrachtet, handelt es sich jeweils um kommunizierte Lösungsansätze. Wenn der andere machen würde, was gefordert ist, wäre der Konflikt ja vorbei. Und wenn der andere stattdessen akzeptieren würde, dass er nicht vorher gefragt werden müsse, wäre auch diese Episode vorbei. Um dieses Spannungsfeld von Konflikt und Konfliktlösungsansatz und was denn eigentlich der Konflikt ist und wo dessen Lösung beginnt, soll es heute gehen…MUSIK

Herzlich willkommen! Du hörst die Episoden der Mediation, dem Podcast von INKOVEMA zu den praktischen Fragen der Mediation und des Konfliktmanagement, Ich bin Sascha Weigel und erläutere in diesem Podcast Fragen aus der Mediations- und Konfliktberatungspraxis, stelle Konzeptionen und Modelle der Mediation vor und ordne unterschiedliche Perspektiven und Entscheidungsmöglichkeiten ein. Das ist Folge 12. „Es gibt keine Konflikte es gibt nur Einseitige untauglicher Lösungsversuche.

Traditionelle, romantische Sichtweise auf Konflikte Nicht nur alltäglich, sondern auch in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung werden sich Konflikte als eine eigene Entität vorgestellt, die fast schon ein Eigenleben führen würden. Konflikte werden als etwas modelliert, das zwischen den Parteien stünde, manchmal als ein undurchdringliches Gestrüpp von Psychologie und Unergründlichem, manchmal als ein Eisberg, der sich zwischen die Parteien geschoben hat und manchmal als Sand im Beziehungsgetriebe. Immer aber sind Konflikte, die zwischen den Parteien auftauchen etwas, das ergründet werden muss, was durchleuchtet und erhellt werden muss, unter deren Oberfläche man schauen muss und deren Wurzeln angegangen werden müssen. Das mentale Bild zeichnet den Konflikt stets als einen Makel, der sich zwischen den Beteiligten entwickelt hat und wie Sand im Beziehungsgetriebe das harmonische Zusammenleben oder das produktive Zusammenarbeiten der Menschen stört. Dieses Bild ist traditionell und zeigt sich, wie ich angedeutet habe, in unserer Sprache und Denkweise über Konflikte.

Es handelt sich bei dieser Idee, der Konflikt als zu erhellender, zu verstehender und zu bearbeitender Makel, der ein regelrechtes Eigenleben entwickelt, um eine romantische Vorstellung des Konflikts. Romantisch nicht deshalb, weil der Konflikt romantisiert wird, sondern weil der Konflikt der zwischen den menschlichen Parteien steht, ein romantisches Vorstellungsbild unterstützt, nämlich dass ohne diesen Konflikt die Parteien in Harmonie und Zufriedenheit ihrem Glück und ihrer wahren Bestimmung entgegen gehen könnten.

Tatsache ist, Konflikte bestehen aus völlig unterschiedlichen Problemen, die miteinander durch die Problemträger derart gekoppelt sind, dass deren Lösungsidee mit der Konfliktpartei zu tun hat Doch Tatsache ist, dass Konflikte nicht einheitlich durch die Konfliktparteien wahrgenommen werden können. Ihre subjektive Beteiligung und Verortung schließt das aus. Die Parteien können allenfalls ihre jeweiligen und konträren Problemwahrnehmungen, -beschreibungen und -lösungsversuche aufgeben und sich auf eine gemeinsame Problemwahrnehmung, -beschreibung und -lösungsfindung einlassen - wom

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